Buchiger Adventskalender 2025: Try a Chapter II. Edition

Dieses Jahr bin ich aber wirklich spät dran. Das liegt vor allem daran, dass ich für meine ursprüngliche Idee leider nicht genug Zeit hatte, daher kommt 2025 eine Neuauflage des „Try a chapter“ Adventskalenders.

Denn auf meinem Merkzettel stehen sage und schreibe gut 600 Titel!

Beim letzten Mal hatte ich mir die 24 am besten bewerteten Bücher meiner Wunschliste auf Goodreads vorgenommen. Für dieses Jahr habe ich mir aber überlegt, nach dem Erscheinungstermin zu gehen, d.h. ich lese vom 01. bis 24. Dezember die Leseproben der ältesten Titel meines Merkzettels und entscheide, ob es noch bei mir einziehen soll oder von der Liste fliegt. Alle, die das Reinlesen positiv überstehen, ergeben mein persönliches Jólabókaflóð an Heiligabend. Seid ihr auch schon gespannt, welche Bücher das sein werden?

01. Dezember: Briefe an Lucilius von Seneca, Reclam, 779 Seiten

Wenn wir der Natur folgen, brauchen wir weniger und leben zufriedener und gesünder – das lehren Senecas bald 2000 Jahre alte Briefe, mit denen er seinem Freund Lucilius die Regeln für ein rechtes Leben gemäß der Stoa vermittelt. Auch wer etwas über die römische Gesellschaft erfahren möchte, kommt bei der Lektüre auf seine Kosten. Denn wie kaum ein anderer wusste Seneca die Marotten seiner Zeitgenossen aufs Korn zu nehmen und ein lebendiges Bild des Alltags zu zeichnen.
Seneca hatte sich, als er dieses Briefwerk verfasste, bereits ins Privatleben zurückgezogen. Sein Ziel war es, der Nachwelt ein Kompendium der Philosophie als Lebenslehre zu hinterlassen – an Lucilius exemplifiziert er die einzelnen Stufen dieses Lehrgangs.

Try a Chapter

O.k. ich dachte mir ja schon, dass auch einige „alte“ Bücher auf meiner Merkliste stehen, aber dass es direkt mit einem Text aus dem Jahr 64 (also ca.) losgeht, hätte ich nicht erwartet…
Und ich befürchte, das ist mein Problem mit Senecas „Briefe an Lucilius“, denn die Sprache ist für mich etwas zu schwergängig. Die Inhalte klingen spannend und das, was die beiden in der Leseprobe über den Tod philosophieren, ist echt interessant und tiefgründig, aber durch den anstrengend zu lesenden Sprachstil, verliere ich schon nach wenigen Seiten die Lust. Wer aber philosophische Texte liebt und auch mit altertümlicher Sprache zurechtkommt, wird an diesem klassischen und klugen Lebensratgeber sicher seine Freude haben. Mich haben noch dazu die 780 Seiten abgeschreckt.

Fazit: Fliegt leider raus.

02. Dezember: Tausendundeine Nacht, C.H. Beck, 699 Seiten

Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt uns mit einer Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden, dass man meint, Schahrasad selbst zu hören. Nicht mehr ein europäischer Orientalismus spricht durch Tausendundeine Nacht zu uns, sondern endlich der Orient selbst. Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen. Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen. Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen, exotischen Orientbildes. Dieses Orientbild geht allerdings nicht unmittelbar auf Tausendundeine Nacht zurück, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert von Europäern in die verschiedenen Übersetzungen und Sammlungen hineingetragen. Zudem wurden die Erzählungen dem europäischen Geschmack angepaßt, indem die zuweilen derbe Ausdrucksweise und unverblümte Erotik des Originals durch einen biederen Märchenstil ersetzt wurden. Nachdem Muhsin Mahdi 1984 die weitaus älteste Handschrift aus dem 14./15. Jahrhundert ediert hat, ist es jedoch möglich, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht in einer von allen Übermalungen, Ausschmückungen und Prüderien der letzten Jahrhunderte freien Form kennenzulernen.

Try a Chapter

Weiter geht’s mit einem Text aus dem 8. Jahrhundert und in diesen brauche ich noch nicht einmal reinzulesen, um zu wissen, ob ich ihn haben will – denn Tausendundeine Nacht ist ein Erzählband, den ich schon lange besitzen will (na gut, lesen will ich ihn auch, aber vor allem gehört er in mein Bücherregal) Und diese Neuübersetzung aus dem C.H. Beck Verlag klingt so gut!
Aber natürlich habe ich mir auch hier die Leseprobe angeschaut und ganz anders als beim gestrigen Buch, gefällt mir in dieser Übersetzung die Sprache, Stimmung und Atmosphäre richtig gut.

Fazit: Kommt auf den Jólabókaflóð Stapel!

03. Dezember: Jean Sbogar von Charles Nodier, Flurverlag, 248 Seiten

Die zarte Antonia verfällt dem Banditen Jean Sbogar, der in einer Doppelrolle als Räuber und edler Rebell auftritt. Schauplätze dieses spannenden Romans sind Venedig sowie die Umgebung von Triest. Als Antonia auf dem festungsartigen düsteren Schloss Duino mit seinen labyrinthischen Gängen gefangen gehalten wird, kommen sämtliche Requisiten der Schwarzen Romantik zum Einsatz.

Try a Chapter

Dieses Buch hätte ich wirklich gern im Deutsch-Unterricht gelesen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es mir heute in meiner Freizeit so viel Spaß machen würde, gerade, weil die Leseprobe überwiegend aus dem Vorwort des Autors besteht und erneut angesichts des Veröffentlichungsjahrs sehr altmodisch daher kommt. Die wenigen Seiten, die man dann doch noch in die Geschichte selbst reinlesen konnte, waren gut. Die Figuren sind bildhaft beschrieben und ich würde schon gern wissen, was noch kommt.
Fazit: Ich bin unschlüssig. Die Leseprobe umfasst 41/264 Seiten, viel kommt also ohnehin nicht mehr. Und dafür 24 €?

04. Dezember: Die Dämonen von Fjodor M. Dostojewski, Aufbau Verlage, 944 Seiten

Intrigen und Irrsinn. Die Generalswitwe Warwara Petrowna und der ehemalige Hauslehrer Stepan Trofimowitsch haben sich in einiger Entfernung von St. Petersburg zur Ruhe gesetzt. Unerwartet tauchen ihre inzwischen erwachsenen Söhne auf und kehren das Unterste zuoberst. Ein »revolutionäres Komitee« soll sämtliche Autoritäten stürzen. Dämonen gleich, überzieht es die Stadt mit einem Spinnennetz von Intrigen und aufrührerischen Ideen, bis alles außer Kontrolle gerät. Ein Roman über das Russland des 19. Jahrhunderts, in dem der bröckelnde Zarismus mit neuen zerstörerischen Kräften zusammenprallt.

Try a Chapter

Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee war, die Bücher nach Erscheinungsdatum auszuwählen. Da hätte man durchaus drauf kommen können, dass da zunächst erstmal die ganzen Klassiker dran sind…
Ich kann verstehen, warum es auf meiner Merkliste gelandet ist, denn der Plot und vor allem auch die Zeit, in der er spielt, hören sich immer noch spannend an. Die Leseprobe ist großzügig, ich konnte ganze 79 Seiten anlesen, allerdings hat das Buch insgesamt auch knapp 600… Erzählt wird im Berichtstil, nüchtern, unpersönlich und leider auch ziemlich langweilig. In der Schule hätte ich mich vermutlich durchquälen müssen.

Fazit: Leider nichts für mich.

05. Dezember: Die Waffen nieder! Von Bertha Suttner, Anaconda, Seiten

Zeitlebens kämpfte die österreichische Pazifistin, Friedensforscher in und Autorin Bertha von Suttner für Frieden, Frauenrechte und gegen Antisemitismus. Als erste Frau erhielt sie 1905 den Friedensnobelpreis. Ihr Roman »Die Waffen nieder!« erzählt das von vier Kriegen geprägte Leben der Gräfin Althaus. Anhand von Artikeln, Tagebucheinträgen und Briefen lässt Suttner den Leser an der bemerkenswerten Entwicklung einer Frau teilhaben, die sich, im Angesicht des Grauens und der Unmenschlichkeit des Krieges, schrittweise von einer verblendeten Kriegsbefürworterin zur selbstständig denkenden Pazifistin wandelt.

Try a Chapter

Wir machen einen Sprung zum Ende des 19. Jahrhunderts und allein, was ich über die Autorin gelesen habe – sie war die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt – stimmt mich bereits positiv auf das Buch ein. Nur die 512 Seiten machten mich etwas nervös, schließlich wird es wieder eine altertümliche Sprache sein. Doch mit jeder Seite der Leseprobe wurde ich neugieriger – und wütender! Wie die Männer Frauen behandelten, wie sie über den Krieg redeten: lieber 30 Jahre lang kämpfen als nach kurzer Zeit verlieren… Und die Frauen wollen einfach nur in Frieden leben. Ich kann’s kaum erwarten, dieses Buch zu lesen.

Fazit: Kommt zumindest symbolisch auf meinen Jólabókaflóð Stapel, denn Mitte nächsten Jahres erscheint eine so schöne Ausgabe im Anaconda Verlag, dass ich mich bis dahin gedulden werde.

06. Dezember – Nikolaus! Eine Buchhandlung auf Reisen von Christopher Morley, Atlantik, 192 Seiten

Bevor Büchernarr Roger Mifflin sich dem stationären Buchhandel in Brooklyn zuwendet, ist er als fahrender Buchhändler mit seinem Planwagen in New England unterwegs. Dort trifft er auf die resolute Helen McGill, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Farm bewirtschaftet. Kurz entschlossen kauft sie Mifflin, der das Vagabundendasein gründlich satt hat, den Bücherwagen samt Pferd und Hund ab und entdeckt die wunderbare Welt der Literatur und die Liebe.

Try a Chapter

Die Leseprobe ist sehr kurz, daher fällt mir die Entscheidung etwas schwer. Aber der Klappentext klingt so vielversprechend und es hat auch nur 191 Seiten…

Fazit: Gekauft!

07. Dezember: Sternstunden der Menschheit von Stefan Zweig, Reclam, 328 Seiten

»Immer müssen Millionen müßige Weltstunden verrinnen, ehe eine wahrhaft historische, eine Sternstunde der Menschheit, in Erscheinung tritt.« Vierzehn solcher »schicksalsträchtiger Stunden« beschreibt Zweig. Er schildert und kommentiert die Eroberung von Byzanz, die Entdeckung Eldorados und die Schlacht bei Waterloo. Eindrücklich schreibt er über Kapitän Scotts Expedition zum Südpol, die Verlegung des ersten Transatlantikkabels, die Entstehung von Händels »Messias« und die Komposition der »Marseillaise«.
In unterschiedlichster Form, als dramatische Szene, Bericht oder Gedicht, versammeln sich hier in beeindruckenden Einzelporträts Abenteurer und Forscher, Dichter und Komponisten sowie all jene, die mit ihren folgenschweren Entscheidungen Einfluss auf die Jahrhunderte genommen haben. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.

Try a Chapter

… ist auf meinem Merkzettel gelandet, weil ich „Die Schachnovelle“ so fantastisch fand. Daher hatte ich große Erwartungen und wollte auch dieses Buch so gern mögen. Vor allem, weil ich auf die 14 schicksalhaften Stunden der Historie gespannt war – und eigentlich auch noch bin. In der Leseprobe machte jedoch Cicero den Anfang und der Text war wenig zugänglich geschrieben. Ich bin mir nicht sicher, wie aussagekräftig dieser erste Einblick bezogen auf die gesamte Lektüre ist, aber sollte es so weitergehen, ist das Buch eher nichts für mich.

Fazit: Ich glaube, ich versuche es trotzdem. Das Buch ist nicht dick und auch nicht teuer, daher gebe ich ihm eine Chance.

08. Dezember: Advent im Hochgebirge von Gunnar Gunnarsson, Reclam, 108 Seiten

In der Adventszeit bricht Benedikt mit seinen Freunden Leo und Knorz zu einer ganz besonderen Wanderung auf. Die drei suchen in der Einsamkeit des Hochgebirges nach verlorenen Schafen, um sie vor den Winterstürmen zu retten. Die Novelle des großen isländischen Autors Gunnar Gunnarsson liest sich wie eine Meditation über das menschliche Leben und die Natur.

Try a Chapter

Ich liebe Weihnachts- und Wintergeschichten aus anderen Ländern. Und dieses Buch hat ein so hübsches Cover, es geht um einen Mann, der sich mit Hund und Hammel aufmacht, um sich um verirrte Tiere zu kümmern, damit keins erfrieren muss und es ist nicht dick. Die Sprache ist einfach und bildhaft.

Fazit: Ich hätte schon Lust die Geschichte zu lesen, aber ich weiß nicht recht, ob ich sie auch besitzen muss.

09. Dezember: Doktor Erich Kästners literarische Hausapotheke von Erich Kästner, Atrium Verlag, 208 Seiten

Ob bei Liebeskummer, Geldsorgen, Weltschmerz oder Ehekrach – die ebenso amüsanten wie bissigen Gedichte aus Doktor Erich Kästners Lyrischer Hausapotheke sind die beste Medizin. ‚Was soll einer einnehmen, den die trostlose Einsamkeit des möblierten Zimmers quält oder die nasskalten, nebelgrauen Herbstabende? Zu welchen Rezepten soll der greifen, den der Würgeengel der Eifersucht gepackt hat? Womit soll ein Lebensüberdrüssiger gurgeln?‘ Die Antwort auf diese von ihm selbst gestellten Fragen hat Erich Kästner mit seiner Lyrischen Hausapotheke geliefert. Diese Sammlung seiner besten Gedichte, die sich längst als unverwüstlicher Klassiker entpuppt hat, dient der ‚Behandlung des durchschnittlichen Innenlebens‘ mit einer gehörigen Portion Humor.

Try a Chapter

Hach, vor dem Lesen der Leseprobe hätte ich darauf schwören können, dieses Buch zieht definitiv bei mir ein. Doch die Rezepte bestehen gar nicht aus Buchtipps, sondern vielmehr aus Gedichten – und Lyrik kann mich ehrlicherweise nur selten begeistern…

Fazit: Schweren Herzens, leider nein.

10. Dezember: Klee Wyck – Die, die lachen von Emily Carr, Verlag das kulturelle Gedächtnis, 176 Seiten

Klee Wyck ist eine Sammlung von 21 literarischen Skizzen, die mit beeindruckender Detailgenauigkeit das Leben der Ureinwohner beschreiben. Das Buch wurde 1941 veröffentlicht und zu einem viel beachteten Bestseller. Nun erscheint es erstmals auf Deutsch. Carrs klare und poetische Prosa beschwört Totems, verlassene Dörfer, die beeindruckende Schönheit derursprünglichen Landschaft und den Alltag der dort lebenden Menschen. Dabei verfällt sie nie in nostalgische Sentimentalität oder Romantik. Die Klarheit ihrer Sprache verrät den geschulten Blick der Malerin.

Try a Chapter

Oje, heute muss ich euch meine Bewertung der Leseprobe nachliefern, denn es gibt online keine… Daher habe ich das Buch zur Ansicht in die Buchhandlung bestellt, denn der Klappentext klingt vielversprechend.

11. Dezember: Ein Baum wächst in Brooklyn von Betty Smith, Suhrkamp Verlag, 628 Seiten

Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine Süßigkeiten-Connaisseuse, eine genaue Beobachterin der menschlichen Natur – und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der in dem bunten, ruppigen Williamsburg von 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor all den Zugewanderten, jeden Tag wird von hart verdientem Geld das Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen durch die Straßen, um für ein paar Pennies Süßigkeiten zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, gibt es für sie keinen schöneren Ort. Und wenn sie auch gegen so manche Widrigkeit anschreiben muss, ist sie sich einer Sache gewiss: dass es sich immer lohnt, nach dem puren Leben zu streben.

Try a Chapter

O.k. also der Klappentext hört sich richtig gut an. Und dann ist das Cover so hübsch. Aber es sind ganze 621 Seiten!
Dafür ist die Leseprobe sehr kurz und ich finde es schwierig, mir eine Meinung zu bilden. Aber der Text liest sich leicht und fesselnd und ich hätte am liebsten noch etwas weitergelesen, was erstmal ein gutes Zeichen ist. Nur reichen die wenigen Seiten einfach nicht aus, um zu beurteilen, was mich bei dieser Geschichte erwartet. Was ist, wenn es direkt nach der Leseprobe langweilig wird?

Fazit: Ich bin unschlüssig…

12. Dezember: Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada, Aufbau Verlage, 704 Seiten

Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin diesen Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. – Diese Neuausgabe präsentiert Falladas letzten Roman endlich in der ungekürzten Originalfassung und zeigt ihn rauer, intensiver, authentischer. Ergänzt wird der Text durch ein Nachwort, Glossar und Dokumente zum zeithistorischen Kontext.

Try a Chapter

Wir springen kurz hinter den zweiten Weltkrieg und jetzt ratet mal, von welchem Thema dieses Buch handelt… 700 Seiten lang! Entsprechend umfangreich ist die Leseprobe. Das macht es jedoch nicht einfacher, denn mein Eindruck schwankt von „Auf gar keinen Fall, viel zu düster“ über „Fesselnd geschrieben aus einem interessanten Blickwinkel“ bis hin zu „Was für ein Idiot, sie hat etwas besseres verdient“.

Fazit: Schon wieder unentschlossen…

13. Dezember: Planet ohne Visum von Jean Malaquais, Edition Nautilus, 664 Seiten

Marseille 1942, einige Monate vor der endgültigen Besetzung der Freien Zone durch die Deutschen. Der Mittelmeerhafen quillt über von Menschen, die vor dem Krieg fliehen und auf die Überfahrt nach Amerika hoffen, in eine ungewisse Zukunft. Die Stadt ist wie eine Reuse, in der die Unerwünschten und vom Vichy-Regime Verfolgten zappeln und täglich versuchen, den Spitzeln und Denunzianten zu entkommen.
Die Schicksale der Romanfiguren sind auf verhängnisvolle Weise miteinander verstrickt: Flüchtlinge, Aktivisten der Résistance, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen, Legionäre, Devisenschieber, Mitläufer aller Art. Zum Teil sind sie angelehnt an historische Figuren wie Victor Serge, Walter Benjamin und Varian Fry, der zahlreichen Verfolgten zur Ausreise verholfen hat – darunter Jean Malaquais selbst.

Try a Chapter

Schon wieder so ein dickes Buch. Entsprechend umfangreich war die Leseprobe.
Schreiben kann der Autor, soviel steht fest. Es gibt eine Handvoll Figuren, die ich schnell bildlich vor Augen habe. Aber oft verliert er sich auch in ausufernden Beschreibungen, so dass ich abschweife – und dann zieht er mich wieder mit einer Szene in den Bann…

Fazit: Keine Ahnung. Vielleicht ist es was für meinen Lesekreis eat.READ.sleep?

14. Dezember: Alles zerfällt von Chinua Achebe, S. Fischer Verlage, 240 Seiten

Chinua Achebes erschuf mit seinem Roman die literarische Stimme Afrikas. In ›Alles zerfällt‹ erzählt er von den Konflikten eines archaisch lebenden Dorfes, das mit Kolonialherren konfrontiert wird. Es geht um Verrat und Rache, um Leidenschaften, die keine Ruhe finden, und Sehnsüchte, die keine Zukunft haben. Okonkwo, der starke und jähzornige Held, stößt sich an den strengen Stammesregeln und zerbricht an dem Regime der britischen Herren aus Übersee.

Try a Chapter

In der Leseprobe geht es überwiegend um den Autor selbst, erst in den letzten fünf Seiten kann ich in die Geschichte reinlesen. Der Klappentext klingt interessant, die ersten Seiten eher langweilig.

Fazit: Ich tendiere zum rauswerfen.

15. Dezember: Die letzte Analyse, Dörlemann Verlag, 336 Seiten

Als die schöne Janet Harrison ihre Literaturprofessorin Kate Fansler bittet, einen Psychoanalytiker in Manhattan zu empfehlen, schickt Kate das Mädchen zu ihrem lieben Freund und früheren Liebhaber Dr. Emanuel Bauer. Sieben Wochen später wird das Mädchen auf Emanuels Couch erstochen – mit belastenden Fingerabdrücken auf der Mordwaffe. Für Kate ist der Gedanke, dass ihr bester Freund jemanden tötet, abwegig. Aber wie seine Unschuld beweisen? Janet hatte keine Freunde, keinen Liebhaber, keine Familie. Warum sollte jemand sie töten? Kates analytischen Fähigkeiten lassen keinen Stein auf dem anderen.

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Wow, die Leseprobe hat mich sofort tief in diesen Krimi hineingezogen. Das Uni-Setting gefällt mir sehr, Psychoanalyse finde ich auch spannend und der Mord kam schnell und unblutig. Ich möchte am liebsten gleich weiter lesen!
Fazit: Landet auf dem Jólabókaflóð Stapel

16. Dezember: Die Träume der anderen von Elisabeth Harrower, Aufbau Verlage, 347 Seiten

Sydney, 1940er Jahre: Anstelle der überforderten Mutter ist es Laura, die für sich und die sieben Jahre jüngere Schwester Clare das Geld nach Hause bringen muss. Als der Chef ihr das Angebot macht, für Clares Schulgebühren aufzukommen, gibt sie seinem Werben nach. Laura wird seine Frau. Dem psychischen Terror, dem beide jungen Frauen fortan ausgesetzt sind, steht Clares langsam wachsender Widerstand gegenüber, ihre Vision von einem selbstbestimmten Leben.

Try a Chapter

Oh Mann, diese Leseprobe macht echt wütend. Wie kann man sich nur als Mutter völlig zurückziehen und alles den beiden Töchtern überlassen? Sie ihrer Träume und Berufschancen berauben?
Wenn ein Buch so direkt Emotionen bei mir auslöst, ist das immer ein gutes Zeichen. Außerdem lässt sich der Sprachstil leicht lesen und erzeugt sofort Bilder der beiden Mädchen und ihrer Mutter in meinem Kopf.

Fazit: Gekauft!

17. Dezember: Sterntagebücher von Stanislaw Lem, Insel Verlag, 523 Seiten

Stanisław Lem lässt seinen vielleicht sympathischsten Helden, den schlitzohrigen Raumfahrer Ijon Tichy, im Laufe seines Lebens unzählige Reisen zu anderen Welten erleben, von denen die besten in diesem Band versammelt sind. Tichy begegnet dabei gottesfürchtigen Robotern, trifft sich selbst in der Vergangenheit oder muss auch einfach mal eine intelligente, aber widerspenstige Waschmaschine dazu überreden, weiter ihren Dienst zu tun. Leserinnen und Leser tauchen mit ihm in einen Kosmos ein, der so überraschend, witzig, traurig und spannend – kurz: so überwältigend – ist wie sein Erfinder.

Try a Chapter

Der Klappentext klingt super vielversprechend und ich wollte die Leseprobe wirklich so gern lieben, aber leider hat sie mich nicht berührt. Ich befürchte, mir fehlt der Humor…

Fazit: Für mich ist es wohl nichts, aber mir fallen spontan zwei Personen ein, denen das  Buch gefallen könnte.

18. Dezember: Frauen ohne Männer von Shahrnush Parsipur, Suhrkamp, 138 Seiten

Wie Shahrnush Parsipur in diesen Geschichten zupackt, ist überwältigend. Soviel Unerschrockenheit angesichts von Größe, Gewalt, Absurdität und Bosheit des Lebens, soviel schreckliche Klarheit und Schönheit. Jahre vor der Islamischen Revolution von 1979 fliehen fünf Teheraner Frauen mit den unterschiedlichsten Vorgeschichten aus ihrem Lebensunglück aufs Land. Sie geraten in ein Haus, das eine vermögende Frau sich nach der Trennung von ihrem Mann gekauft hat. Es wird zum Zufluchtsort. Ein prekäres Zusammenleben beginnt. Geschichten sind zu erzählen, Wunden zu heilen, Wünsche anzupacken. Nach einiger Zeit und vielen Turbulenzen zerstreuen sich die Frauen wieder: das Leben (und Sterben) geht weiter. Als Parsipur ihren Roman 1990 in Teheran veröffentlichte, wurde er umgehend verboten. 2009 wurde der Film Women Without Men , den Shirin Neshat nach dem Buch drehte, bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.

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O.k. hier weiß ich eigentlich schon nach dem Klappentext, dass ich es lesen will:

– Feministisch

– Realitätsnah

– Literarische Weltreise: Iran

– In Teheran verboten

– Nur 138 Seiten

Aber auch die Leseprobe überzeugt. Sie ist so fesselnd geschrieben, dass ich am liebsten direkt weiterlesen will.

Fazit: Gekauft.

19. Dezember: Palast der Winde von M.M. Keye, S. Fischer Verlage, 944 Seiten

Der berühmte Weltbestseller, das große Indien-Epos: eine faszinierende west-östliche Liebe in den Hochtälern des Himalaja.
Der junge Engländer Ash und die indische Prinzessin Anjuli geraten zwischen die Fronten der blutigen Kolonialkriege: Ash wächst wie ein Hindu in den Bergen des Himalaja auf. Zerrissen zwischen der Liebe zum Land seiner englischen Vorfahren und dem seiner Kindheit kämpft Ash als Offizier der britischen Armee. Als er die schöne Anjuli kennen lernt, setzt er alles daran, zwischen Indern und Briten zu vermitteln – und das Herz der Prinzessin zu gewinnen. Doch Anjuli ist bereits einem anderen versprochen. Inmitten der Fronten kämpfen die beiden Liebenden verzweifelt um ihr Glück…

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Der Klappentext spricht von diesem Buch als „Der berühmte Weltbestseller, das große Indien-Epos: eine faszinierende west-östliche Liebe in den Hochtälern des Himalaja.“ Also das schreit doch geradezu nach meiner #literarischeweltreise oder was meint ihr? Und es ist wirklich gut geschrieben; ich werde direkt in die Geschichte hineingezogen. Doch nach 45 Seiten habe ich gerade einmal die Hälfte der Leseprobe geschafft. Da stellt sich schon die Frage nach der Dicke des Buches. Kleiner Spoiler: Es hat fast 1000 Seiten. Meine Gedanken schwanken also zwischen „Wo soll ich dafür bitte die Zeit hernehmen?“ und „Aber was ist, wenn es wie Das achte Leben ist und ich es verpasse?“.

Fazit: Also, wenn einer unserer Lesekreise sich auf dieses Buch einlassen würde, wäre ich dabei!

20. Dezember: Rezitativ von Toni Morrison, Rowohlt Verlag, 96 Seiten

Twyla und Roberta begegnen sich als Achtjährige im Kinderheim. Sie werden Vertraute, geben einander Halt und Trost. Sie sind unzertrennlich, doch später verlieren sie sich aus den Augen. Zufällig begegnen sie einander immer wieder, erst in einem Diner, dann im Supermarkt und bei einer Demonstration. Sie stehen in jeder Hinsicht auf verschiedenen Seiten und sind sich uneinig über die wichtigsten Fragen – trotzdem fühlen sich die beiden Frauen einander tief verbunden.

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Heute können wir es kurz machen, denn Klappentext und Leseprobe sind super, außerdem hat der Roman noch nicht Mal 100 Seiten.
Fazit: gekauft!

21. Dezember: Unter dem Tagmond von Keri Hume, S. Fischer Verlage, 656 Seiten

Dieses Buch ist beseelt von der Mythen- und Symbolwelt der Maori. Es ist ein heftiges, in mehrfacher Hinsicht verstörendes Buch und spielt in einer entlegenen Gegend an der Küste Neuseelands, einer urwüchsigen, von Stürmen und Regen heimgesuchten Landschaft. Im Zentrum der Geschichte stehen drei Menschen, eine Frau, ein Mann, ein Junge, die eine seltsame Art von Familie bilden, ohne zusammenzugehören, alle drei von ihren eigentlichen Möglichkeiten abgeschnittene, gebrochene Figuren. Zwischen ihnen kommt es in einem schicksalhaften Prozeß der Annäherungen und Mißverständnisse zu einem verzweiflungsvollen Drama widerstreitender Gefühle, und erst nachdem sie alle ihre individuellen Höllen durchmessen haben, finden sie ihre Form des Zusammenlebens, dessen Schilderung freilich mythisch, fast religiös überhöht ist. Keri Hulme hat ein ungewöhnliches, äußerst eindrucksvolles Buch geschrieben über die Verlorenheit des einzelnen.

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Der Klappentext klingt so vielversprechend – ich liebe es, über Bücher fremde Kulturen kennenzulernen. Doch die Leseprobe kann mich leider nicht überzeugen. Dabei ist sie ganze 93 Seiten lang. Ein Sechstel des Buches habe ich also schon gelesen. Allerdings könnte ich euch trotzdem nicht sagen worum es geht. Die Geschichte ist konfus und springt hin und her. Außerdem vermisse ich die Welt der Maori, die ich kennen lernen wollte…
Fazit: fliegt vermutlich raus.

22. Dezember: Robinsons Tochter von Jane Gardam, Hanser Verlag, 320 Seiten

England 1904 – Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: „Robinson Crusoe“ wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben. Ein großer Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse, so raffiniert und klug, wie nur Jane Gardam sie inszenieren kann.

Try a Chapter

Habt ihr Robinson Crusoe gelesen? Ich kenne nur den Film. Und obwohl ich Tom Hanks sehr mag, konnte mich Cast away nicht überzeugen…
Was ich von diesem Roman halten soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Klappentext und Leseprobe sind o.k. und irgendwie will ich auch wissen, wie es mit der Protagonistin Polly weitergeht.
Fazit: Ich glaube eher nicht.

23. Dezember: Traumpfade von Bruce Chatwin, S. Fischer Verlage, 400 Seiten

Traumpfade – das sind die unsichtbaren labyrinthischen Wege, die den australischen Kontinent duchziehen und entlang derer, so will es der Schöpfungsmythos der Ureinwohner, die Ahnen wanderten und mit ihren Liedern die Welt erschlossen. Chatwin geht diesen Fußspuren in seinem faszinierenden Buch nach, das, Roman und Reisebericht zugleich, ein Glücksfall der zeitgenössischen Literatur ist.

Try a Chapter

Das klingt doch wie gemacht für meine literarische Weltreise! Die Leseprobe startet zwar etwas langsam, aber durchaus interessant.
Fazit: Schon wieder bin ich unschlüssig.

24. Dezember: Der Alchimist von Paulo Coelho, Diogenesverlag, 224 Seiten

Santiago, ein andalusischer Hirte, hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden liege ein Schatz für ihn bereit. Soll er das Vertraute für möglichen Reichtum aufgeben? Santiago ist mutig genug und folgt seinem Traum. Er begibt sich auf eine Reise, die ihn über die Souks in Tanger bis nach Ägypten führt, er findet in der Stille der Wüste auch zu sich selbst und erkennt, dass das Leben Schätze bereithält, die nicht mit Gold aufzuwiegen sind.

Try a Chapter

Die mm Leseprobe beginnt nicht am Anfang des Buches sondern auf Seite 115. Das ist aber ein geschickt gewählter Ausschnitt, denn so wird man mitten in die Geschichte geschmissen, die einen sofortigen Sog auf mich ausübt.
Fazit: Ich will sofort weiterlesen!

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