In stormy weather von Chelsea Curto

Seit dem Film „Twister“ aus den 90ern begeistere ich mich für Meteorologie – ganz besonders für Gewitter und jede Art von Wirbelstürme. Helen Hunt war damals so fantastisch – ich wollte sein wie sie bzw. ihre Figur. Als ich dann diesen Roman entdeckt habe, über eine Meteorologin, die Hurrikans jagt, mit einer Love-Story und dazu noch einem wunderschönen Cover mit Farbschnitt, hat in meinem Nerd-Herz sofort der Blitz eingeschlagen.

Klappentext

Dr. Quincy Monroe ist die MINT-Queen der Meteorologie – unnahbar, brillant und unaufhaltsam. Doch als die heftigste Hurrikansaison Floridas zuschlägt, gerät sie ausgerechnet mit ihrem Erzfeind aneinander. Sebastian Dunn, Bruder ihrer besten Freundin, ein arroganter TV-Wetterstar und die einzige Person, die Quincy gefährlich werden kann. Verdammt zu einer riskanten Jagd im Auge des Sturms, liefern sich die beiden einen messerscharfen Schlagabtausch, bei dem die Funken heißer brennen als jeder Blitzschlag. 

Meine Meinung

Schon nach der ersten Seite wusste ich: Das wird gut! Und tatsächlich habe ich den Roman an einem Sonntagnachmittag verschlungen. Quincy und Sebastian waren mir sofort sympathisch – zwischen den beiden stimmt einfach die Chemie. Dazu kommen humorvolle, schlagfertige Dialoge und immer wieder eingestreute Textnachrichten, was ich klasse fand.

Ich mochte auch, wie unterschiedlich die beiden Meteorolog*innen sind: Quincy ist stets top vorbereitet und organisiert, während sich Sebastian von seiner Intuition leiten lässt. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus beiden Perspektiven, was mir ja immer gut gefällt. Die Romance ist Slow Burn und kommt mit wenig unnötigem Beziehungsdrama und ganz ohne Misskommunikation aus – für mich eine sehr angenehme Kombination. Auch die Sexszenen halten sich in Grenzen. Nur das fürchterliche P-Wort benutzt Chelsea Curto leider ebenfalls. Das wäre dann aber auch mein einziger Kritikpunkt in diesem Bereich. Nur mit dem Enemies-to-Lovers-Aspekt hatte ich ein kleines Problem, denn ich habe bis zum Schluss nicht verstanden, warum sich die beiden zu Beginn hassen sollten, denn es gibt dafür gar keinen Anlass…

Und Sebastian ist eine richtige Green-Flag! Wie wütend er wird, wenn sich andere aus der Branche ihr gegenüber unprofessionell verhalten, war einfach süß. Gleichzeitig hat mich genau das an manchen Stellen auch etwas gestört. In der MINT-Welt haben es Frauen schwer, und das wird von der Autorin sehr gut transportiert. Die Vorurteile, sexistischen Kommentare und Beschimpfungen, mit denen Quincy konfrontiert wird, sind leider ebenso authentisch wie heftig. Ich finde es sehr wichtig, dass solche Themen in Büchern vorkommen. Es ist nachvollziehbar, dass diese Erfahrungen am Selbstvertrauen nagen können. Aber muss Sebastian wirklich jedes Mal für Quincy in die Bresche springen, sobald sich jemand unprofessionell ihr gegenüber verhält, weil sie ja „nur“ eine Frau ist? Ich mag es einfach lieber, wenn eine starke Protagonistin für sich selbst einsteht.

Denn genau hier passt für mich etwas nicht ganz zusammen: Quincy wird einerseits als starke und selbstbewusste Frau dargestellt, und dann gibt es im beruflichen Kontext Situationen, in denen sie sich für nicht gut genug hält und Sebastian für sie einstehen muss. Das hat meinen Lesefluss überhaupt nicht gestört, ich fand es nur etwas schade.

Auch die Nebenfiguren haben mir richtig gut gefallen: Quincys Freundinnen Mia und Harlow ebenso wie Sebastians Freunde Cooper und Nate. Und obwohl Sebastian oft als Held auftritt, sind es starke Frauenfiguren.

Der Schreibstil hat mich sofort gepackt. Er ist bildhaft und fesselnd, die Atmosphäre knisternd und ich wurde direkt in die Geschichte gezogen. Es gibt jede Menge Action und die ganze Zeit über hatte ich „Twister“-Vibes. Genau diese Mischung aus Romance und Meteorologie hat für mich wunderbar funktioniert. Und das Setting ist wirklich erfrischend anders. Man erfährt viel über Hurrikans, Vorhersagemodelle und das Leben mit diesen Naturkatastrophen, auch wenn ich nicht beurteilen kann, inwieweit die Fakten korrekt sind. Aber die Autorin ist selbst in einem Hurrikan-Gebiet aufgewachsen, daher wirkt alles sehr authentisch, auch wenn sie keine Wissenschaftlerin ist. Auch Quincys YouTube-Kanal, auf dem sie über Hurrikans aufklärt, hat mir sehr gut gefallen. Gleichzeitig wird die Jagd nicht romantisiert – es geht auch immer wieder um die Zerstörung und das menschliche Leid, das diese Naturkatastrophen mit sich bringen. Die Protagonist*innen beschäftigen sich damit, dass Menschen ihr Leben oder ihren Besitz verlieren und sie damit indirekt ihr Geld verdienen. Sie möchten helfen und Menschenleben retten. Auch das Thema der Vorhersagen für Hurrikans spricht etwas sehr Wichtiges an. Besonders gut gefallen hat mir dabei, wie eine Situation dargestellt wird, in der Mia über die Hitze und das Schwitzen klagt und gleichzeitig erkennt, dass es Menschen gibt, die gerade alles verloren haben.

Fazit

Eine fantastische RomCom und für MINT-Nerds ist das ungewöhnliche Setting ein echtes Highlight – perfekt für das letzte Sommergewitter oder den ersten Herbststurm.

Kostenloses Rezensionsexemplar

Ich habe dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar vom KiWi Space Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Meinung.

Bibliografie

Titel: In stormy weather

Autorin: Chelsea Curto

Übersetzung: Andreas HelwegPauline Kurbasik

Verlag & Copyright: Kiwi Space

Seitenzahl: 464

Erscheinungstermin: 09.07.2026

Preis: 18 € (Paperback)

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