Ich kenne von Julie Caplin schon viele Bücher aus ihrer Romantic Escape Reihe und greife bei ihren Romanen immer wieder gerne zu. Deshalb war ich besonders gespannt auf „Ein Zuhause im Frühling“, den Auftakt ihrer neuen Country Escapes Serie. Würde mich auch dieser Reihenstart wieder so wunderbar unterhalten?
Klappentext
Die Londoner Illustratorin Ella braucht dringend eine Auszeit – von ihrem aufreibenden Großstadtleben, von ihrer On-Off-Beziehung und von ihrer künstlerischen Krise. Zum Glück kann sie für ein halbes Jahr das kleine Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave hüten. Hier in der englischen Countryside versucht Ella zu sich zu finden. Allerdings hat sie die Rechnung ohne die quirligen Dorfbewohner gemacht. Auch von einem vierbeinigen Mitbewohner im Cottage war nicht die Rede – aber die schwarze Labradorhündin Tess hält Ella ziemlich auf Trab. Und leider merkt der grummelige Dorftierarzt Devon sofort, dass sie eigentlich
keine Ahnung von Hunden hat. Doch bei ausgiebigen Spaziergängen entdecken die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben als erwartet …
Meine Meinung
Ella mochte ich sofort. Die Figuren sind zwar nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, aber dafür emotional gezeichnet. Besonders schön fand ich, wie Ella sich nach und nach in Tess verliebt. Das Leben mit einem Hund wird dabei keineswegs beschönigt, sondern authentisch dargestellt. Man erfährt ganz nebenbei jede Menge Wissenswertes über die Hundehaltung – manchmal fast schon zu explizit. Trotzdem hat mir das gefallen, weil Tess dadurch nicht einfach nur als zauberhafter Hund für die Wohlfühlatmosphäre eingesetzt wird.
Devon brauchte bei mir dagegen ein bisschen länger. Aber spätestens beim zweiten Zusammentreffen hatte er mich auf seiner Seite. Er und Ella sind leider beide gleichermaßen naiv und haben sich in ihrer Vergangenheit jeweils gründlich über den Tisch ziehen lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass auf diesen Aspekt etwas ausführlicher eingegangen worden wäre. Das hätte der Geschichte mehr Tiefe gegeben.
Dafür sind die Bewohner*innen von Wilsgrave einfach Zucker. Überhaupt wird das Dorfleben unglaublich charmant und atmosphärisch dargestellt und hat bei mir sofort ein gemütliches Gefühl ausgelöst. Die Antagonist*innen Patrick, Mariana und Britta waren dafür teilweise schwer zu ertragen, auch wenn ihre Figuren sehr lebensecht wirkten.
Besonders charmant fand ich, dass Ella weder backen noch kochen kann. Auch ihr Beruf als Illustratorin hat mir gut gefallen. Durch den bildhaften Schreibstil bekommt man einen interessanten Einblick in ihre Arbeit. Ich konnte mir die Mäuse richtig gut vorstellen und habe sofort an mein Brambley Hedge Mäuseservice gedacht, was ihr oben auf dem Foto sehen könnt.
Überhaupt liest sich der Roman warmherzig und unterhaltsam. Die humorvollen Dialoge, die zauberhaften Hunde und die Slow-Burn-Love-Story ergeben genau die Mischung, mit der ich wunderbar abschalten konnte. Ein großes Plus ist auch das fehlende Misskommunikationsdrama, das die Liebesgeschichte unnötig in die Länge zieht.
Allerdings wird mir Devon ein wenig zu oft in die Rolle des Retters gesteckt. Ich mag Geschichten lieber, in denen die Frau stärker für sich selbst eintritt und nicht ständig jemanden braucht, der sie rettet. Das hat mein Lesevergnügen zwar nicht wirklich getrübt, aber es ist ein Punkt, der mir aufgefallen ist.
Fazit
Wer die Romantic Escape Reihe von Julie Caplin kennt, bekommt auch hier wieder einen atmosphärischen Liebesroman mit ganz viel Wohlfühlfaktor. Allerdings steht diesmal nicht das Fernweh im Vordergrund und auch kulinarische Köstlichkeiten spielen eine deutlich geringere Rolle.
Für mich ist „Ein Zuhause im Frühling“ eine emotionale Netflix-RomCom-Alternative: warmherzig, humorvoll, gemütlich und perfekt zum Abschalten. Ich hatte eine richtig schöne Lesezeit in Wilsgrave und bin schon gespannt auf die Fortsetzung!
Kostenloses Rezensionsexemplar
Ich habe dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar vom Rowohlt Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Meinung.
Bibliografie

Titel: Ein Zuhause im Frühling
Autorin: Julie Caplin
Übersetzung: Christiane Steen
Verlag & Copyright: Rowohlt
Seitenzahl: 432
Erscheinungstermin: 20.02.2026