Nachdem mich „Der Sternenstaubdieb“ so sehr in diese Mischung aus Rollenspielgefühl, Wüstenstaub und 1001-Nacht-Magie hineingezogen hat, dass ich ihn praktisch in einem Rutsch verschlungen habe, war für mich klar: Ich muss sofort weiterziehen in Band II.
Klappentext
Ein versunkenes Reich, ein Thron, der gestohlen wurde – und eine junge Frau mit einer Waffe, die Magie in sich trägt. Loulie al-Nazari – die Mitternachtshändlerin – wird zur Schlüsselfigur im Kampf um das Überleben der Dschinn und der Menschen. Doch Qadir, ihr wichtigster Verbündeter, auch genannt der Aschefeuerkönig, ist verschwunden.
Die Welt unter dem Sand zerfällt – und Loulie steht im Zentrum des Sturms. Das Sinken der Städte ist auf das Versagen uralter Magie zurückzuführen – einer Magie, die einst den Königen des Sandmeers gehörte. Nur Loulie kann, als Trägerin eines Dolchs mit übernatürlichen Kräften, die uralten Bindungen lösen, die das Reich unter dem Sand gefangen halten. Doch erst einmal muss Loulie ihren genialen aber verschollenen Helfer Qadir finden. Währenddessen verstricken sich die Königin von Dhahab, der rebellische Prinz Mazen und die geheimnisvolle Ifrit Nabila in einem gefährlichen Machtkampf.
Meine Meinung
Spoilerhinweis: Nur weiterlesen, wenn du „Der Sternenstaubdieb“ bereits kennst. Wenn nicht lies die Rezension zum ersten Band „Der Sternenstaubdieb“.
Schon der Einstieg hat mich wieder direkt abgeholt, vor allem weil die Autorin die Ereignisse aus dem ersten Band nicht einfach nur zusammenfasst, sondern auch visuell wunderschön präsentiert. Sie sind genauso gestaltet wie die Passagen, in denen Mazen eine Geschichte zum Besten gibt oder jemand anders eine erzählt – nämlich im Stil eines grauen Pergaments.
Allgemein besticht das Buch wieder durch die orientalisch geprägte Magie und die Atmosphäre von 1001 Nacht. In diesem Band erfahren wir mehr über die Dschinn – ihre Welt, Geschichte und Kultur. Auch die Dschinn als Wesen finde ich faszinierend, gerade weil sie so unterschiedlich und individuell gezeichnet sind. Wir lernen auch, dass sie – wie wir Menschen – ganz unterschiedliche Charaktere haben, die die Autorin gekonnt einfängt. Verwirrt hat mich nur, dass Dschinn, Ifrit und Marid als nebeneinanderstehende Kategorien verwendet werden, wohingegen ich die Dschinn immer als Oberkategorie verstanden habe. Es hat auch etwas gedauert, bis ich eine Ahnung von ihrer versunkenen Welt hatte, da war der Schreibstil nicht ganz so bildhaft wie erwartet.
Auch die Menschen entwickeln sich nachvollziehbar weiter. Besonders Aishas Situation macht sie zu einer interessanten und komplexen Figur. Erzählt wird wieder aus verschiedenen Perspektiven, was für Abwechslung sorgt, auch wenn die anfängliche Trennung der Charaktere die Spannung zwischen ihnen etwas ausbremst.
Die Lovestory zwischen Loulie und Mazen entwickelt sich weiterhin extrem langsam – was für die einen vermutlich extrem viel Geduld erfordert, für andere vielleicht gerade ein Pluspunkt ist.
Übrigens kann ich auch das Hörbuch sehr empfehlen, denn es wurde atmosphärisch eingesprochen von Marylu Poolman, Julian Horeyseck und Franziska Grün.
Fazit
„Der Aschefeuerkönig“ ist eine gelungene Fortsetzung, die vor allem atmosphärisch und durch ihren Weltenbau überzeugt. Gleichzeitig ist es ein klassischer Mittelteil: weniger überraschend als Band I, dafür klar auf das große Finale ausgerichtet. Meine anfängliche Begeisterung ist etwas ruhiger geworden – aber die Faszination für diese Welt trägt mich trotzdem weiter in den letzten Band.
Außerdem: Wer würde sich solche Schmuckstücke nicht gern ins Bücherregal stellen.
Kostenloses Rezensionsexemplar
Ich habe dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar vom Klett Cotta Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Meinung.
Bibliografie

Titel: Der Aschefeuerkönig
Autorin: Chelsea Abdullah
Übersetzung: Urban Hofstetter
Verlag & Copyright: Klett Cotta
Seitenzahl: 640
Erscheinungstermin: 11.04.2026
Preis: € (Hardcover)