Ich kann kaum glauben, dass ich mich schon seit elf Jahren nach Sainte-Valérie lese. Oder vielleicht doch – denn ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Reihe fortsetze…
Klappentext
Es ist Ende Juni. Sainte-Valérie wird Schauplatz für die Modenschau des Designers Cyril Fontanel. Pierre Durand – für die Sicherheit vor Ort beauftragt – hat Mühe, den impulsiven Modeschöpfer sowie die vom Trubel aufgebrachten Dorfbewohner zu beruhigen. Als Fontanel anonyme Morddrohungen erhält, ist Pierre alarmiert: Will jemand der Karriere des Designers schaden? Oder verschweigt Fontanel Informationen aus seiner Vergangenheit? Fest steht: Sainte-Valérie darf nicht Kulisse eines Mordes werden! Die Suche nach dem Täter führt Pierre nach Tarascon – und zu einer Toten, die mit allem in Verbindung zu stehen scheint.
Meine Meinung
Auch wenn sich nach elf Bänden erste Ermüdungserscheinungen nicht ganz leugnen lassen, bleibt „Provenzalisches Licht“ ein atmosphärischer Sommerkrimi, der die bewährten Stärken der Reihe gekonnt ausspielt: liebevoller Lokalkolorit, wunderbare Kulinarik und das wohlige Gefühl, in Sainte-Valérie „nach Hause“ zu kommen.
Normalerweise zählen dazu auch immer die charmanten Dorfbewohner*innen, doch deren Geschichte scheint auserzählt zu sein. Einzig Penelopes Hintergrundgeschichte hat für mich noch Potenzial für neue Spannung.
Auch der neue Kriminalfall rund um eine glamouröse Modenschau hätte für eine ehemalige Fashionista wie mich eigentlich genau mein Ding sein müssen. Doch irgendwie sprang der Funke nicht über. Allerdings brachte die exzentrische und Intrigenhafte Welt der Mode sowohl Gesellschaftskritik als auch spannende Aspekte mit sich, die die geschickt mit der traditionellen Provence-Idylle verwoben werden. Dabei haben mir besonders die Einblicke in die lokale Stoffproduktion – wusstet ihr bspw. dass Denim aus Südfrankreich kommt? De Nîmes – und die Auswirkungen eines solchen Großevents auf das Dorfleben gefallen.
Auch wenn der Reiz früherer Bände für mich etwas verblasst ist, bleibt Sophie Bonnets Stil unterhaltsam und fesselnd. Die Geschichte ist solide konstruiert, mit ausreichend falschen Fährten, um Krimi-Fans zum Miträtseln zu animieren. Und natürlich fehlen auch diesmal nicht die typischen französischen Einschübe, die liebevollen Beschreibungen der Landschaft und Charlottes kulinarische Leckereien – Letzteres ist für mich fast schon der Hauptgrund, warum ich dieser Reihe noch nicht ganz den Rücken kehren möchte.
Fazit:
„Provenzalisches Licht“ ist ein entspannter, atmosphärisch dichter Cosy Crime, der mit kulinarischen Verlockungen, französischem Flair und einem soliden Kriminalfall punktet. Wer Sainte-Valérie liebt, wird sich auch diesmal wohlfühlen – auch wenn der Glanz der Reihe etwas an Intensität verloren hat.
Kostenloses Rezensionsexemplar
Ich habe dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Meinung.
Bibliografie

Titel: Provenzalisches Licht
Autorin: Sophie Bonnet
Verlag & Copyright: Blanvalet
Seitenzahl: 384
Erscheinungstermin: 14. Mai 2025
Preis: 18 € (Paperback)