Nach der genialen Lektüre von Katabasis war ich auf der Suche nach einer Cozy Romance für Zwischendurch, damit ich nicht in eine Leseflaute falle (passiert ja gern mal nach einem Highlight). Und dafür klang „Not in My Book“ perfekt.
Klappentext
Rosie liebt Liebesromane über alles und will unbedingt selbst Autorin werden. Um ihren Traum zu verwirklichen, studiert sie Kreatives Schreiben in New York. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht ihr ebenso attraktiver wie arroganter Kommilitone Aiden. Für Aiden zählt nur gehobene Literatur, deshalb geraten die beiden in jedem Seminar in hitzige Diskussionen. Bis ihre Dozentin ihnen ein Ultimatum stellt: Entweder sie arrangieren sich und schreiben gemeinsam ein Buch, oder sie fallen durch. Notgedrungen müssen die Rivalen nun zusammenarbeiten, und während sich die Figuren in ihrem Roman ineinander verlieben, verändern sich auch Rosies und Aidens Gefühle füreinander …
Meine Meinung
Die Grundidee hat mich sofort abgeholt: Eine Romance, in der die Protagonist*innen selbst gezwungen sind, gemeinsam eine Romance zu schreiben – und das auch noch mit der klaren Vorgabe, dass es kein Happy End geben darf. Dabei hat mir besonders gefallen, wie eng Rosies und Aidens persönliche Geschichte mit der ihrer Buchfiguren Max und Hunter verwoben ist. Die Buch-im-Buch-Idee funktioniert für mich richtig gut, vor allem weil die beiden oft eher über ihre Figuren miteinander kommunizieren als direkt.
Die Geschichte wird zwar ausschließlich aus Rosies Perspektive erzählt, doch die eingeschobenen Seiten aus dem gemeinsamen Roman sorgen dafür, dass man auch Aidens Sichtweise kennenlernt (allerdings weiß man natürlich nicht wirklich, ob er nur als Hunter oder er selbst schreibt).
Während mir Rosies Figur sofort sympathisch war, hatte ich mit Aiden anfangs so meine Schwierigkeiten. Das ständige Anblaffen der beiden im Seminar war stellenweise echt nervig, und kurz habe ich gezweifelt, ob mir diese Dynamik nicht zu viel wird. Zum Glück fängt sich der Roman rechtzeitig, und Aiden entwickelt sich mehr oder weniger glaubhaft vom arroganten Literatur-Snob zu Rosies Prince Charming. Insgesamt geht der Rivals-to-Lovers-Trope hier schon ganz gut auf.
Die Nebenfiguren haben mir auch gut gefallen (Tylor und Jess sind einfach Zucker!).
Ich mochte aber vor allem das Uni-Setting und den Einblick in die Welt des kreativen Schreibens. Man schaut Rosie und Aiden beim Schreiben ihres Romans regelrecht über die Schulter. Auch die Auseinandersetzung mit dem Stellenwert von Liebesromanen innerhalb der Literaturwelt fand ich gelungen und wichtig.
Weniger überzeugen konnten mich allerdings die Spicy-Szenen. Sie wirkten auf mich im Ablauf unrund und sprachlich unbeholfen, vor allem der Dirty Talk passte für mich überhaupt nicht zu den Charakteren. Aber auch der Rest wirkte nicht authentisch und riss mich eher immer wieder aus der Geschichte. Hier merkt man dann doch, dass es sich um ein Romance-Debüt handelt.
Abgesehen davon schreibt Katie Holt aber sehr flüssig, humorvoll und unterhaltsam. Die Dialoge sind bissig, pointiert und haben Wortwitz. Die Figuren sind ausreichend detailliert gezeichnet, wenngleich ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht hätte – etwa bei Aidens Beziehung zu seinem Vater oder bei Rosies peruanischen Wurzeln, über die ich gern mehr erfahren hätte.
Geärgert hat mich aber eindeutig das Ende, denn das Drama-Element war komplett konstruiert und vorhersehbar, als wäre der Autorin nichts besseres eingefallen. Ironischerweise hätte mir hier ein konsequentes Nicht-Happy-End – ganz im Sinne des gemeinsamen Buchprojekts – fast besser gefallen (und wenn ich schon so etwas sage!).
Lasst euch übrigens nicht vom herbstlichen Cover irreführen, denn der Plot zieht sich über ein Jahr mit Herbst, Winter, Frühling und Sommer.
Fazit
Insgesamt ist „Not in My Book“ eine ganz unterhaltsame Romance mit spannender Ausgangsidee, viel Liebe fürs Schreiben, aber auch kleinen Schwächen in der Umsetzung. Wer Enemies-to-Lovers mit Uni-Setting mag, sollte dem Buch aber eine Chance geben. Und ganz ehrlich: Die Autorin wirkt so sympathisch, dass sich allein schon ein Blick in die Danksagung lohnt.
Bibliografie

Titel: Not in My Book
Autorin: Katie Holt
Übersetzung: Bianca Dyck
Verlag & Copyright: Lyx
Seitenzahl: 464
Erscheinungstermin: 26.09.2025
Preis: 16 € (Klappenbroschur)