Eine mir unbekannte Künstlerin.
Der zweite Weltkrieg.
Mehrere Selbstmorde in ein und derselben Familie.
Das klingt gut, oder?
Klappentext
„Das ist mein ganzes Leben“ – mit diesen Worten übergibt Charlotte 1942 einem Vertrauten einen Koffer voller Bilder. Sie sind im französischen Exil entstanden und erzählen, wie sie als kleines Mädchen, damals im Berlin der 1920er, nach dem Tod der Mutter das Alleinsein lernt, während sich ihr Vater, ein angesehener Arzt, in die Arbeit stürzt. Dann die Jahre, in denen das kulturelle Leben wieder Einzug hält bei den Salomons. Die Stiefmutter ist eine berühmte Sängerin; man ist bekannt mit Albert Einstein, Erich Mendelsohn, Albert Schweitzer. Charlotte beginnt zu malen, und es entstehen Bilder, in denen dieses einzelgängerische, verträumte Mädchen sein Innerstes nach außen kehrt, Bilder, die von großer Begabung zeugen. Doch dann ergreift 1933 der Hass die Macht, es folgen Flucht, Exil, aber auch Leidenschaft und Heirat. Nur ihre Bilder überleben – Zeugnis ihrer anrührenden Geschichte, die David Foenkinos nahe an der historischen Realität entlang erzählt.
Meine Meinung
Der Roman liest sich schnell. Kein Wunder – keine der 240 Seiten ist vollständig beschrieben.
Pro Zeile gibt es nur einen Hauptsatz, maximal zwei.
Der Autor hat es wie ein Gedicht geschrieben. Nur ohne Reim und gut lesbar.
Dieses Format wirkt gewollt künstlerisch. Ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt…
Das Gute: Man merkt es schon nach wenigen Seiten.
Auf dem Cover steht Roman. Eher ist es eine Romanografie.
Und doch gibt es immer wieder eingebaute Passagen aus Sicht des Autors. Darüber, wie er recherchiert.
Es liest sich also eher wie eine Art biografischer Bericht inkl. Rechercheprozess.
Mir war die Malerin Charlotte Salomon bis zur Lektüre unbekannt.
Bis auf ihren Namen bleibt sie es weiterhin. Ihr Werk und ihre Geschichte wurden mir zu oberflächlich dargestellt. Bekamen viel zu wenig Raum.
Das gilt auch für den historischen Kontext des zweiten Weltkrieges.
Und für die Tragödie der ganzen Selbstmorde innerhalb der Familie
Fazit
Warum sollte man dieses Buch lesen und nicht nur den Wikipediaeintrag über Charlotte Salomon?
Bibliografie

Titel: Charlotte
Autor: David Foenkinos
Übersetzung: Christian Kolb
Verlag & Copyright: Penguin
Seitenzahl: 240
Erscheinungstermin: 31.08.2015
Preis: 17,99 € (Hardcover)