Ich weiß gar nicht mehr, wo ich dieses wunderschöne Buch entdeckt habe. In jedem Fall ist es ein echter Geheimtipp für Jung und Alt!
Klappentext
Elizabeth ist unglaublich gut im Spielen mit Wörtern und Rätsellösen. Aber wird das ausreichen, die codierten Botschaften zu entschlüsseln, die sie im Hotel Winterhaus erwarten? Und warum wurde sie überhaupt dorthin geschickt? Immerhin hat sie in letzter Zeit ungewöhnliche Kräfte an sich entdeckt…
Diese Geschichte hat alle Zutaten, die man sich für ein besonderes Buch mit viel Winteratmosphäre wünscht: ein zwielichtiges Paar (gefährlich?), einen netten Hotelbesitzer (nur manchmal verdächtig) mit langem Stammbaum, Riesenpuzzles und codierte Botschaften, eine sensationelle Bibliothek und ein magisches Buch, geisterhafte Erscheinungen und tolle Ausflüge in die verschneite Landschaft. Und mittendrin Elizabeth, die einen guten Freund sucht und ihre Eltern nicht kennt.
Mit verlockenden Herausforderungen für alle, die gern puzzlen und Schriftcodes knacken.
Meine Meinung
Selten trifft ein Klappentext den Kern eines Buches so perfekt – hier ist kaum etwas hinzuzufügen. Wir begleiten Elizabeth auf ihren Abenteuern im Winterhaus, wo sie nicht nur auf die Spuren einer wahren Familientragödie stößt, sondern auch entdeckt, dass in diesem Hotel noch so einiges andere vorgeht.
Dabei ist es ist kein Fantasybuch, hat aber eindeutig eine magische Komponente. Im Prinzip ist es ein klassisches Märchen. In jedem Fall ist die Atmosphäre märchenhaft. Außerdem wurde ich sofort in die winterliche Stimmung gezogen – sie ist so deutlich spürbar, dass ich die schneebedeckten Tannen, den zugefrorenen See und das Feuer im Kamin direkt vor mir sehen kann! Die Atmosphäre im Hotel erinnert etwas an Hogwarts, vor allem lassen Elizabeths Onkel und Tante richtige Dursleys Vibes entstehen. Aber gibt es auch hier wirklich Zauberer?
Neben der Atmosphäre besticht das Buch vor allem durch die fantastischen Figuren: Mit der Protagonistin Elizabeth kann sich mein Mädchen-Ich sofort identifizieren und in Freddy hat sie einen Freund zum Pferdestehlen gefunden. Er ist ein wenig ängstlicher als sie, aber wenn es drauf ankommt, kann sie sich auf ihn verlassen. Beide lieben Bücher, Rätsel und Wortleitern (davon habe ich vorher noch nie etwas gehört).
Auch die Bibliothekarin Leonie und ihr Bruder Norbridge erscheinen auf den ersten Blick sehr sympathisch. Und doch kann ich wie Elizabeth spüren, dass sie etwas verbergen. Ist Norbridge doch ein gemeiner Bücherdieb, wie es Mr. Quiem und seine Frau behaupten? Das Paar ist nicht nur der Protagonistin von Anfang an unheimlich – wer bringt schon einen Sarg auf Reisen und behauptet, darin seien Bücher?
Und dann gibt es da noch einige kleine Nebenfiguren, die zum stimmigen Gesamtbild beitragen, wie bspw. Mr. Wellington und Mr. Rajput sowie ihre Gattinnen, die ein riesiges Puzzle spielen, obwohl sie manchmal nur zwei Teile am Tag finden.
Last but not least die fantastischen Illustrationen von Chloe Bristol: Sie sind wunderschön und verleihen der Geschichte ein märchenhaftes Flair. Insgesamt ist das Buch äußerst liebevoll gestaltet und ein echter Augenschmaus.
Fazit
„Winterhaus“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein zauberhaftes Buch mit einer geheimnisvollen Familiengeschichte, lebendigen Charakteren und einer warmen Atmosphäre. Wer Rätsel liebt, magische Momente schätzt und sich von einem märchenhaften Winter verzaubern lassen möchte, wird dieses Buch lieben.
Bibliografie

Titel: Winterhaus
Autor: Ben Guterson
Übersetzung: Alexandra Ernst
Illustriert von: Chloe Bristol
Verlag & Copyright: Freies Geistesleben
Seitenzahl: 408
Erscheinungstermin: 29.11.2024
Preis: 20 € (Hardcover)