Ali Hazelwood ist eine der wenigen Autor*innen, deren Bücher ich unangelesen bei mir einziehen lasse. Auf diesen Roman habe ich mich jedoch besonders gefreut, weil ich das Gaming-Setting super spannend finde.
Klappentext
Es ist die Chance ihres Lebens. Viola Bowen darf ein Videospiel zu jener Buchreihe entwickeln, die sie liebt wie keine andere. Der Haken: Ihr Projektpartner ist ausgerechnet Jesse Andrews. Jesse, der diese merkwürdige Anziehungskraft auf sie ausübt. Und der ihr auf unverzeihliche Art klargemacht hat, dass er nichts mit ihr zu tun haben will. Viola hat nicht den geringsten Schimmer, warum. Dann werden die beiden von ihren Chefs zwecks Teambuilding zu einem gemeinsamen Ski-Ausflug geschickt. Frierend in einer abgelegenen Berghütte hocken – mit Jesse nebenan? Schönen Dank auch. Doch als der Schnee immer dichter fällt, merkt Viola, dass hinter seiner Zurückweisung mehr steckt als gedacht – und dass es womöglich gar nicht so kalt ist in den Bergen …
Meine Meinung
Also nach den ersten Seiten hatte ich zugegebenermaßen erstmal Bedenken, dass alles auf ein klassisches „Missverständnis durch fehlende Kommunikation“ hinausläuft. Und ja, im Prinzip ist genau das der Fall. Allerdings startet die Geschichte direkt mit diesem Konflikt, so dass wir das Drama gleich zu Beginn abhaken können (na ja, es dauert trotzdem 125 Seiten, bis das Missverständnis aufgelöst wird…). Das führt aber leider zu einem extrem unausgewogenen Spannungsbogen. Die erste Hälfte ist ein echter Slow Burner, danach wechselt das Verhältnis von Viola und Jesse ziemlich abrupt von Enemies to Lovers, wobei der Fokus fast ausschließlich auf dem körperlichen Aspekt lag, was ich etwas schade fand. Mir fehlten hier ein paar emotionale Zwischentöne. Gleichzeitig fiel der Spannungsbogen deutlich ab, weil auf einmal keinerlei Hindernisse mehr zu überwinden waren – weder beruflich noch privat.
Die Figuren mochte ich dennoch sehr. Durch die Ich-Perspektive ist man nah an Viola dran, und besonders ihre Erfahrungen als Frau in der männerdominierten Gaming-Branche fand ich gelungen eingebunden – auch wenn ich mir hier etwas mehr Raum und Tiefe gewünscht hätte. Jesse wirkt lange widersprüchlich, was zwar neugierig macht, sich aber erst nach der Hälfte des Romans auflöst. Insgesamt bleiben die Charaktere eher skizzenhaft, funktionieren aber gut im Rahmen der Geschichte. Die verschiedenen Arbeitsromanzen, inklusive einer queeren Lovestory, haben mir ebenfalls gefallen.
Mit rund 250 Seiten ist das Buch schnell gelesen und damit eine echte NetflixRomCom Alternative. Gleichzeitig merkt man der Kürze an, dass das Potenzial von Hintergrundgeschichten und persönlichen Themen nicht voll ausgeschöpft wird und auch die Lovestory irgendwie unfertig wirkt.
Atmosphärisch hat mich das Setting aber komplett abgeholt: verschneites Resort, Teambuilding, Gaming-Vibes und Enemies to Lovers – sehr stimmig und typisch Ali Hazelwood. Besonders mochte ich die Idee der Videospiel-Romanadaption sowie die kleinen, liebevollen Details wie die pixeligen Herzgrafiken zu Beginn jedes Kapitels, die Tetrisartig immer weiter ausgefüllt werden. Der Schreibstil ist wie erwartet flüssig, humorvoll und angenehm zu lesen.
Fazit
Auch wenn meine Rezension einige Kritikpunkte enthielt, ist „Two can play eine kurzweilige, unterhaltsame Gaming-RomCom mit Wohlfühlatmosphäre, sympathischer Protagonistin. Nicht das stärkste Buch von Ali Hazelwood, aber ein sehr gelungener Snack für zwischendurch.
Bibliografie

Titel: Two can play
Autorin: Ali Hazelwood
Übersetzung: Anna Julia Strüh
Verlag & Copyright: Aufbau
Seitenzahl: 255
Erscheinungstermin: 11.02.2026
Preis: 16 € (Klappenbroschur)