Die Luna-Chroniken von Marissa Meyer

Fairytail meets SciFi – count me in! Liebt ihr Märchen? Ich tatsächlich seit meiner frühesten Kindheit. Märchenadaptionen liegen ja schon seit einiger Zeit im Trend, aber diese Reihe hat mich echt überrascht. Ich habe die Romane im Buddyread mit der lieben @ninespo gelesen und das war auch wirklich notwendig, denn alle vier Bände sind eine emotionale Achterbahnfahrt!

Alle vier Bände der packenden Luna-Chroniken – unbedingt in dieser Reihenfolge lesen!

Ich stelle euch alle Bände auf dieser Seite vor, daher lest bitte immer nur einen Roman weiter, als ihr selbst schon gelesen habt, so vermeidet ihr Spoiler. Die Reihe ist im Carlsen Verlag erschienen, aber leider nur noch antiquarisch erhältlich.

  • Wie Monde so silbern (Band 1)
  • Wie Blut so rot (Band 2)
  • Wie Sterne so golden (Band 3)
  • Wie Schnee so weiß (Band 4)

Band I – Wie Monde so silbern, übersetzt von Astrid Becker

Klappentext:

Cinder lebt mit ihren Stiefschwestern bei ihrer schrecklichen Stiefmutter und versucht verzweifelt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Doch als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai in ihrer Werkstatt auftaucht, steht Cinders Welt Kopf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie auf dem großen Schlossball ihren Höhepunkt finden. Cinder schmuggelt sich dort ein und verliert mehr als nur ihren Schuh …

Meine Meinung

G.E.N.I.A.L

Ich finde es grandios, wie das Märchen der Cinderella hier adaptiert wurde. Marissa Meyer hat nur die Grundidee übernommen und daraus eine ganz eigene, sehr besondere Geschichte gezaubert.

Die Autorin spinnt aus der Märchenvorlage und ihrem eigenen Zukunftsszenario eine ganz eigene Geschichte.

Erster Geniestreich war schonmal, das Setting in die nicht allzu entfernte Zukunft zu verlegen und die Protagonistin zum Cyborg zu machen. Gleichzeitig setzt die herrschende Pandemie einen interessanten Rahmen für den Plot, wodurch er an Authentizität gewinnt. Insgesamt hat die Autorin das Märchen sehr modern interpretiert und sie bindet aktuelle Gesellschaftskritik mit ein. Allein schon die Frage, bis zu welchem Anteil bionischer Elemente eine Person noch unter den Schutz der Menschenwürde fällt…

Hinzu kommt ein fesselnder unsagbar bildhafter Schreibstil, so dass ich nur so durch die Seiten gerauscht bin.

Neben diesem fantastischen Setting besticht der Roman aber auch durch die wunderbaren Figuren, die so Detailverliebt gezeichnet wurden, dass sie vor meinem inneren Auge direkt zum Leben erwachen – leider auch die Bösen!

Am besten hat mir natürlich Cinder selbst gefallen. Ich meine, sie bekommt nicht durch eine Fee Zugang zum Prinzen und zum Ball, sondern durch ihre Tätigkeit als Mechanikerin (die beste in der Galaxis, versteht sich). Überhaupt, wie die Autorin den technischen Fortschritt in ihre Adaption eingebaut hat, gefiel mir unglaublich gut. Bspw. muss Cinder keine Erbsen sortieren, sondern Dinge für ihre Stiefmutter reparieren. Und statt Asche hat sie Öl im Gesicht! Und wie die Technik beschrieben ist – Wahnsinn!

Cinders Schicksal hat mich sooo wütend gemacht und ich hab voll mit ihr mitgelitten. Aber sie ist ein echt starker Charakter und lässt sich nicht unterkriegen – Inspirierend.

Aber auch der Prinz ist zum Dahinschmelzen (seufz, ganz ehrlich, ein Hammer Bookboyfriend!), hat aber auch sein eigenes Päckchen zu tragen. Im Prinzip geht es um Außenpolitik, was ich ebenfalls sehr spannend fand. Er steht also Cinder in nichts nach.

Natürlich gibt es auch die böse Stiefmutter und -schwester; aber so viel sei schon einmal gesagt: Das sind nicht die bösesten in der Story. Eine der Stiefschwestern ist sogar sympathisch.

Oh, und dann ist da noch Iko, Cinders Androidin. Sie ist so süß!

Also, es gibt Cyborgs, Androiden und eine Mondkolonie. Nur gesellschaftlich ist man im Achtzehnten Jahrhundert stehen geblieben (Herrschaftsform = Erbmonarchie).

Über das ganze Buch hinweg schreitet die Handlung stets zügig voran – wirklich actionreich, denn irgendetwas passiert immer. Das liegt vermutlich auch an den geschickt eingebauten Elementen eines Spionagethrillers. Überraschenderweise hat es mir auch supergut gefallen, dass die Liebesgeschichte gar nicht so stark im Fokus steht. 

Aber Leute, ich warne vor dem Ende, denn dieser Cliffhänger ist Lena Kiefer mäßig. Außerdem: Haben Märchen nicht immer ein Happy End? Ich will doch sehr hoffen, dass das noch geradegebogen wird! Von wegen, die Bücher können unabhängig gelesen werden, unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, sonst entgeht euch was (ggf. aber auch ein Herzinfarkt)!

Fazit

Fantastischer Auftakt einer Reihe, die das Anderssein feiert.

Das Schlimmste ist, dass ich das Buch als wunderschönes Hardcover besitze, es aber scheinbar so lange auf meinem SuB lag, dass diese Ausgabe nicht mehr verlegt wird! Und antiquarisch sind sie auch schwer zu bekommen. Wer weiß wie lange es noch die Taschenbücher gibt, also seid schnell und sichert euch am besten gleich alle vier Bände!

Und das sagt mein Buddyread ninespo:

Wie Monde so silbern vereint alles, was ich an modernen Märchen und Dystopien liebe: ein phänomenales Setting, authentische Charaktere, viel Tempo und überraschende Wendungen.

Band II – Wie Blut so rot, übersetzt von Astrid Becker

Klappentext:

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

Meine Meinung

Ich war etwas skeptisch, wie das offene Ende von Cinders Geschichte aufgelöst wird, da es dem Titel nach in Band II doch so offensichtlich um Rotkäppchen geht. Umso genialer ist die Lösung der Autorin, denn es passiert beides: Die Handlungsstränge von Cinder und Scarlett wechseln sich miteinander ab und greifen dennoch gekonnt ineinander.

Jeder Band scheint zunächst seinen Bösewicht zu haben und doch gibt es eine alles überspannende Intrige, die viel größer ist als ein Märchen allein.

Und auch hier besticht die Geschichte neben dem Setting durch die Figuren. In Scarlett und Wolf habe ich mich sofort verliebt. Ja, ihr habt richtig gelesen – ein weiterer Geniestreich der Autorin. Normalerweise ist ja der Wolf im Märchen der Bösewicht und trotzdem macht sie ihn zum Love Interest? Aber gerade aus diesem Grund schwingt auf jeder Seite ein natürliches Misstrauen mit, was mich erneut durch das Buch rauschen ließ. Wie Marissa Meyer ihn und seine Geschichte inszeniert: fantastisch. Außerdem strotzt der Roman nur so von starken Frauen, was mir ja auch sehr gefällt. Allein die Hintergrundgeschichte der Großmutter. Soooo gut!

In Cinders Geschichte haben wir übrigens noch Thorne kennengelernt, ebenfalls ein echter Schatz. Ach ja und Iko ist jetzt ein Schiff! Wie großartig ist das denn bitte!

Fazit

Ein würdiger Nachfolger, ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich wollte, denn auch hier war immer Action oder man erfuhr etwas, das die Handlung vorantrieb. Nicht eine Seite war langweilig. Ich kann es kaum erwarten weiterzulesen.

Und das sagt mein Buddyread ninespo:

Wie Blut so rot ist eine starke Fortsetzung: viel Tempo, authentische neue Figuren, clevere Märchenmotive und eine mitreißende Story, die ein schönes Gleichgewicht aus Action, Gefühl und Spannung bietet. 

Band III – Wie Sterne so golden, übersetzt von Astrid Becker

Klappentext:

Seit ihrer Kindheit hat Cress die Erde nur aus der Ferne betrachten können. Unter strenger Aufsicht der bösen Königin Levana führt sie in ihrem Satelliten ein wenig abwechslungsreiches Leben. Doch immerhin hat sie sich mit den Jahren zu einer begnadeten Hackerin entwickelt und verschafft sich so Zugang zu Levanas geheimen Plänen. Da taucht plötzlich das Raumschiff von Cinder bei ihr auf, die ihr zur Flucht verhilft. Doch wird sie auf der Erde den Ritter in der glänzenden Rüstung finden, von dem sie immer geträumt hat?

Meine Meinung

Weiterhin grandios! Ich mag das Märchen um Rapunzel, aber wie es hier umgesetzt wurde – erneut sensationell. Dass Cress statt in einem Turm auf einem Satelliten festgehalten wird. Die Erklärung für ihr langes Haar. Thorne, ihr Held, der zu ihrer Rettung kommt, dabei ist sie es schlussendlich, die sie beide rettet. Noch dazu ist sie hoffnungslos romantisch – wir haben es also zum ersten Mal in dieser Reihe mit einer Art Disney Prinzessin zu tun.

Hach, und die Lunarier, die der Königin wirklich dienen, sind so schön böse, es ist herrlich. Weiterhin passiert immer etwas, Actionszenen wechseln sich mit Handlungsfortschritt ab. Durch die fesselnde Schreibweise kann ich es wirklich nicht aus der Hand legen, es ruft permanent nach mir! Es gab auch wieder einige gemeine Plottwists, aber Gott sei Dank mal keinen Cliffhänger: Ich habe doch Band IV noch nicht aufgetrieben!

Aber nochmal zurück zum Thema Haare: Die Luna-Chroniken sind wie ein komplizierter Zopf – Erst gab es nur Cinders Geschichte, dann kam Scarletts hinzu und jetzt Cress. Wie eine Haarsträhne wird die nächste Geschichte eingewoben und zusammen ergeben sie ein Gesamtkunstwerk. Ich verfolge alle drei Plots gespannt. Normalerweise mag ich solche Sprünge nicht sonderlich, gerade wenn Freunde (oder Liebende, seufz) getrennt werden. Aber hier: Einfach nur Pageturner.

Marissa Meyer hat sich wirklich von Anfang an, ein sehr stimmiges Gesamtkonzept überlegt. Ich liebe es, wie groß und komplex die gesellschaftlichen Strukturen und inhärenten Probleme angelegt sind.

Fazit:

Ihr merkt, ich bin erneut hin und weg vom Plot und dem Setting und von den Figuren. Es ist so toll, wie in jedem Band schon die nachfolgenden Figuren bereits ein wenig eingeführt werden.

Jetzt bin ich gespannt auf die abschließende Geschichte.

Und das sagt mein Buddyread ninespo:

Wie Sterne so golden ist für mich der stärkste Band der Reihe bisher: clevere Märchenadaption, grandiose und liebenswerte Figuren, eine spannende Handlung und ein Setting, das mich jedes Mal aufs Neue begeistert. 

Band IV – Wie Schnee so weiß, übersetzt von Bettina Arlt

Klappentext:

Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten – doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schließlich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen …

Meine Meinung

Last but not least kommt noch Schneewittchen dazu. Der Zopf wird immer dicker, denn jetzt haben wir insgesamt vier Geschichten (weiter) zu erzählen. Ich bin weiterhin tief beeindruckt, wie es die Autorin schafft, vier Märchenadaptionen zu erzählen und eine nach der anderen einzuflechten ohne die anderen aus den Augen zu verlieren. Und das alles innerhalb einer Metageschichte als Rahmen, die einfach alles hat: Magie, Märchen, starke Frauenfiguren und zauberhafte Liebesgeschichten.

Auf 800 Seiten dreht Marissa Meyer nochmal so richtig auf. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass es ohne Längen auskommt – meine Fantasie reichte einfach nicht aus, um mir vorzustellen, womit sie gefüllt werden könnten. Aber die Autorin hat sogar noch einige Überraschungen und Plottwists in petto, die ich so nicht erwartet habe. Vor allem spielte sie gnadenlos mit meiner Befürchtung, dass es womöglich kein „und sie lebten glücklich und zufrieden…“ geben würde. Und ja, ich habe auch Taschentücher gebraucht.

Aber auch durch die abwechselnden Protagonistinnen kam beim Plot nie Langeweile auf. Eigentlich mag ich es ja gar nicht, wenn Gruppen auseinandergerissen werden, schon gar nicht Paare. Aber hier war das gut auszuhalten, denn es war zumindest immer eins gemeinsam unterwegs.

Ich habe es auch geliebt, wie Elemente von Schneewittchen mit eingebaut wurden.

Ganz zum Schluss wird übrigens sogar noch aufgelöst, warum Levana so ist wie sie ist – und das ohne ins Kitschige abzurutschen! Das zeigt abschließend noch einmal wie intelligent durchdacht die Geschichten von Anfang an waren.

Fazit

Die Adaption von Schneewittchen war ein beeindruckendes und emotionales Ende dieser Reihe.

Und das sagt mein Buddyread ninespo:

Wie Schnee so weiß ist für mich das perfekte Finale dieser außergewöhnlichen Reihe: magisch, spannend, bewegend und eine Hommage an starke Charakterentwicklung und moderne Märchen. Ich habe mitgefiebert, gelacht, getrauert – und schließe die Bücher mit einem absolut glücklichen Gefühl.

Gesamtfazit:

Eine ganz besondere Geschichte, gleichzeitig eine der besten Fantasyreihen überhaupt: raffiniert, feministisch, zauberhaft und unglaublich fesselnd. So etwas habe ich wirklich noch nie zuvor gelesen. Und mit einer sensationellen Bösewichtin, die ihresgleichen sucht: Levana ist schlimmer als alle Märchen-Stiefmütter und bösen Hexen zusammen.

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