Mein Leben in drei Kisten von Anne Weiss

Der Anlass, dieses Buch zu lesen, war eigentlich, dass wir unsere Arbeitszimmermöbel aus Studienzeiten abgegeben haben und ich dabei gern einmal gründlich Ausmisten wollte.

Meine erste Notiz zu diesem Buch war folgende:

Ich habe noch nicht einmal mit dem eigentlichen Text begonnen und bin schon jetzt begeistert. Daher weiß ich bereits in diesem Moment, dass ich dieses Buch LIEBEN werde.

Tja, man sollte sich doch nie zu einem vorschnellen Urteil hinreißen lassen…

Allerdings hat mir der Einstieg ins Buch wirklich sehr gut gefallen. Zu Beginn listet Anne Weiss nämlich eine Songlist zum Ausmisten auf, deren Texte zum Thema passen. Auch wenn ich wohl eher zum Soundtrack von „The Guardians of the Galaxy“ greifen werde. Denn mal ganz ehrlich: zum „ugachaka uga uga ugachacka uga uga…“ (Blue Swede: Hooked on a Feeling) Klamotten aufs Bett zu werfen – das hat doch was (und ratet mal, was gerade aus den Lautsprechern meines Laptops tönt…)!

Aber die Idee war dennoch gut (für alle „Die drei Fragezeichen“-Fans: ich konnte einfach nicht umhin, dieses kleine Zitat einzustreuen. Wisst ihr aus welcher Folge es stammt?
Richtig, Robert Arthur: „Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss.“ Aber ich schweife schon wieder ab…

Der Schreibstil von Anne Weiss gefiel mir auf Anhieb. Die Autorin lässt die Leser auf unterhaltsame Weise an ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben und ich habe mich in vielen ihrer Schilderungen sofort wiedergefunden.

Inhaltlich startet sie mit dem Kleiderschrank

Als Schülerin und Studentin habe ich wahre Shopping Marathon hingelegt, wobei ich allerdings nicht immer etwas gekauft habe. Aber zu Zeiten von H&M, New Yorker, Pimkie & Co bin ich schon des Öfteren nach Geschäftsschluss über und über beladen, erschöpft und kurzfristig glücklich in einen Sitz der Regionalbahn gefallen. Nun muss ich zugeben, dass ich damals eine ausgesprochen Shoppingfreundliche Figur hatte: Mittelgroß, Schlank und Sportlich, dazu war Größe 34 selten ausverkauft, sondern eher im Sale – da macht es schon Spaß, durch die Geschäfte zu streifen…

Mittlerer Weile bin ich nicht nur älter geworden, auch mein Körper und meine finanzielle Situation haben sich verändert. Wie die Autorin kaufe ich seltener ein, dafür qualitativ hochwertigere Basic Teile – wenn möglich fair hergestellt. Ich habe vor ca. 15 Jahren das Buch „Wie man einen Badeanzug kauft“ von Brenda Kinsel gelesen, was mein Kaufverhalten in Bezug auf Kleidung schon damals revolutioniert hat. Bevor ich mich also daran mache, meinen Kleiderschrank auszumisten, werde ich wohl einen kurzen re-read der entsprechenden Kapitel machen.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Vorgehensweise, die Anne Weiss hierzu empfiehlt, ist mir nicht neu.

Wenn ich Kleidungsstücke ausmiste gehe ich so vor:

  • Kaputte, nicht mehr reparierbare, also nicht mehr tragbare Kleidung wird entsorgt.
  • Kleidung, die mir nicht mehr gefällt, wandert in einen Karton und wird an die Deutsche Kleiderstiftung geschickt.
  • Kleidung, die nicht mehr passt, mir aber noch gefällt, kommt in einen Vakuumbeutel: vielleicht passen sie ja mal wieder…
  • Stücke, an denen mein Herz hängt, aber nicht, weil sie mir so gut stehen und ich nur darauf warte, wieder die passende Figur zu haben, sondern weil ich sie mit schönen Erinnerungen verbinde oder sie zu besonderen Anlässen trug, kommen in eine „Erinnerungskiste“.
  • Sachen, bei denen ich unsicher bin, kommen für 1 Jahr in einen Umzugskarton. Werden sie dann nicht vermisst, gehen sie ungesehen an die Deutsche Kleiderstiftung.

Büro oder Arbeitszimmer

Dazu gehören mehrere Kapitel des Buches. Beide fand ich ausgesprochen informativ und hilfreich. Die ersten Tipps zu Dokumenten sowie Verweise auf Aufbewahrungsfristen und Digitalisierungsmöglichkeiten habe ich mittlerer Weile selbst umgesetzt.

Die Empfehlungen zur Entsorgung elektronischer Geräte sind leider eher was für Großstadtmenschen bzw. Personen, die zumindest in der Nähe einer größeren Stadt leben. Das ist bei mir nicht der Fall, daher habe ich weder einen Künstler gefunden, der aus meinem Stapel unbenutzter CD-Rohlinge Meisterwerke angefertigt hätte, noch Abnehmer für mein altes Tablet, Netbook oder den 5kg Laptop aus dem Jahr 2000 – zumindest nicht, ohne dass mir mein Bauchgefühl stark zum Ausbau der Festplatten geraten hätte… Auch die vielversprechende Internetseite mit Informationen zum nachhaltigen Entsorgen elektronischer Helfer, verwies mich bei jedem Eintrag nur auf die städtischen Entsorgungsbetriebe.

Küche, Bad & Co.

Bei den Themen Nahrungs- und Reinigungsmittel sowie Hygieneartikel driftete das Buch leider stark in belehrende „Gutmenschen“-Dogmen ab, mit typisch moralisch anklingenden schwarz-weiß Denkmustern, wodurch ich das Gefühl hatte, die Autorin möchte mir hier ein schlechtes Gewissen einreden. Und um ehrlich zu sein: Das kann ich ÜBERHAUPT nicht leiden und wäre das Buch kein Rezensionsexemplar, ich hätte es vermutlich an dieser Stelle abgebrochen.
Geholfen hat mir in dieser Situation ein Perspektivenwechsel: Nachdem ich versucht habe, das Buch mehr wie eine Biografie denn als Ratgeber zu lesen, konnte ich die mahnenden Appelle ausblenden und mich auf die interessanten und überlegenswerten Inhalte konzentrieren.

Trotzdem stimme ich mit einigen Ansichten der Autorin nicht überein:

  • Bspw. ihre Meinung zur Selbstständigkeit: Ich würde diese zunächst einmal von freiberuflich Tätigen abgrenzen. Viele Kleinunternehmer sind verantwortlich für eine Handvoll Mitarbeiter und arbeiten locker 60 Stunden und mehr pro Woche, um die Firma über Wasser zu halten. Damit haben sie zumeist sogar einen niedrigeren Stundenlohn als ihre Mitarbeiter und von freier Zeiteinteilung kann keine Rede sein.
  • Auch ihren neu gewonnenen Standpunkt zum Thema Reisen teile ich nicht. Lesen kann eigene Erfahrungen nicht ersetzen. Keinem Buch der Welt hätte ich entnehmen können, wie es sich anfühlt, im Dunkeln, nur im Schein der Taschenlampe, über ein aktives Lavafeld zu laufen. Wie klein man sich vorkommt, wenn man eine Spalte überschreitet, aus der Schwefelgeruch emporsteigt und das intensive Orange der flüssigen Lava wahrnimmt, die sich einige Meter unter der Oberfläche ihren Weg sucht. Oder die unglaubliche Hitze, wenn man mutiger wird und sich für ein Foto ganz dicht an einen kleinen, sehr langsam fließenden Lavastrom herantraut (Falls ihr einmal auf Big Island seid, macht dies bitte niemals ohne lokalen Guide; Lavafelder sind riesig und heimtückisch. Wenn ihr einbrecht, euch verletzt oder euch das Wasser ausgeht und ihr nicht mehr zurückfindet, kann euch niemand helfen!).
  • Im Gegensatz zur Autorin bin ich auch weiterhin der Ansicht, dass Reisen bildet. Oder interkultureller Austausch generell. Das gilt auch für Jobnomaden, bspw. Wissenschaftler. Ich bilde mir jedenfalls ein, dass es meiner Persönlichkeit und meinem Charakter sehr zuträglich war, mit Menschen aus verschiedensten Nationen und Kulturen zusammenzuarbeiten oder auf Reisen zu begegnen.

Anne Weiss sagt, sie will nicht mehr Teil des Problems sein, sondern Teil der Lösung. Überspitzt formuliert, könnte man ihr antworten, dass dies unmöglich sei, da der Mensch auf unserer Zivilisationsstufe an sich das Problem des Planeten darstellt. Alle von ihr aufgezählten Maßnahmen behandeln die Symptome, nicht die Ursache. Aber das nur mal als provokantes Gedankenexperiment…

Bücher

Mich von meinen Büchern zu trennen, käme nur befristet und auch nur in dem utopischen Szenario in Frage, in dem ich mindestens ein Jahr um die Welt reise. Allerdings hebe ich nicht alle Bücher auf. Jeweils im Weihnachtsurlaub miste ich mein Bücherregal aus und verschenke oder spende, was mir nicht (mehr) gefällt. D.h. es dürfen ohnehin nur diejenigen Bücher bleiben, die ich toll fand, die mich berührten, inspirierten und zum Nachdenken oder Diskutieren anregten. Dabei muss ich sie nicht zwangsläufig ein zweites Mal lesen wollen.

Ein weiterer Grund, warum ich mich nie von meinen Büchern trennen würde, ist, dass ich ein atmosphärischer Mensch bin. Ich liebe schöne Umgebungen und was gibt es schöneres, als mit der Katze auf dem Schoß auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen und wenn ich aufblicke, das knisternde, prasselnde Feuer im Kamin und mein schönes großes Bücherregal zu sehen.

Last but not least fühle ich mich in Bibliotheken einfach nicht so wohl. Ja, ich gestehe, dass ich neue druckfrische Bücher liebe, ihre Haptik und vor allem ihren Geruch. Und ich gebe zu, wenn ein neues Buch bei mir eingezogen ist, sehe ich es mir ganz genau an, streiche über die Klappendeckel und stecke meine Nase ganz tief zwischen die Seiten und schnüffele. Ihr habt richtig gelesen: Ich. rieche. an. neuen. Büchern!

Daher kann ich mich auch mit ebooks notgedrungen wirklich nur auf Reisen anfreunden.

Ausflug zur Enterprise

Eine sehr charmante Idee – insbesondere für mich als Sci-Fi-Fan – waren die Zwiegespräche der Autorin mit Spock, der ihr mit unaufhaltsamer Logik irrationale Verhaltensweisen aufzeigt. Das werde ich definitiv auch einmal ausprobieren. Allerdings werde ich mich niemals von meiner Erinnerungsbox mit Fotos, DVD’s, Kuscheltieren u.ä. trennen, die mich an Begebenheiten, Ereignisse oder liebe Menschen erinnern. Dafür ist sie mir zu wertvoll. Als sie mir beim Ausmisten des Arbeitszimmers in die Hände gefallen ist, hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht, ihren Inhalt anzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Fazit: Weniger ist mehr…

Was vielleicht in dieser Rezension nicht sehr deutlich wurde, ist, dass ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen würde. Ich bin Minimalistin, daher konnte ich zwar nicht so viel aus dem Buch mitnehmen, jedoch hat es mich in vielen Punkten zum Nachdenken angeregt. Allein dafür bin ich der Autorin sehr dankbar.

Dennoch habe ich mir vorgenommen einige Punkte aus dem Buch auszuprobieren.

  • Bspw. Seife statt Duschgel zu benutzen
  • Für mich wert- oder nutzlose Dinge nicht mehr einfach wegzuschmeißen, sondern zu versuchen, ein neues Zuhause für sie zu finden
  • Kleidungsstücke, die mir nicht mehr passen, auf meine Figur abändern zu lassen, statt darauf zu warten, dass sich mein Körper wieder den Klamotten anpasst
  • Aus meinem Kaufverhalten für Kleidung den Punkt, genau zu überlegen, ob ich das Produkt der Begierde auch WIRKLICH brauche, auf alle Einkäufe anzuwenden.

Aber wenn ich merke, dass mein feines Haar mit Seife nicht zu pflegen ist oder es mir damit einfach nicht gefällt, muss ich ehrlich gestehen, dass ich dann ohne schlechtes Gewissen wieder zur Shampooflasche greifen werde!

Kostenloses Rezensionsexemplar

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Knaur Droemer Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Bewertung.

Infos

Titel: Mein Leben in drei Kisten

Autorin: Anne Weiss

Verlag und Copyright: Knaur TB

Seitenzahl: 288

Erscheinungstermin: 30. Dezember 2019

Preis: 12,99 € (eBook)

Danke an: Knaur und Droemer Verlag

Beitrag erstellt 76

3 Gedanken zu „Mein Leben in drei Kisten von Anne Weiss

  1. Liebe Yvonne,

    danke für deine ehrliche Rezension und schön, dass dir das Buch grundsätzlich gefallen hat!
    Offenbar haben wir viel gemein: In den drei Kisten sind die Dinge, die auch du nicht weggeben würdest: Fotos, Tagebücher, Briefe. Und auch bei den Klamotten ticken wir offenbar ähnlich.

    Reisen bildet, und interkultureller Austausch auch – dass ich im Buch was anderes sage, wäre mir neu 😉 („Im Gegensatz zur Autorin bin ich auch weiterhin der Ansicht, dass Reisen bildet. Oder interkultureller Austausch generell.“) Ich glaube nur, dass das keine Fernreisen sein müssen. Es ist so üblich geworden, nach Übersee zu jetten, dass wir oft gar nicht sehen, wie viele wichtige und schöne Erlebnisse und Orte etwa mit dem Zug zu erreichen sind. Und wenn es ohne Emissionen geht, um die Welt zu reisen (zB wie in dem Film „Weit“, vielleicht kennst du den), wäre ich sofort dabei. 🙂

    Und du hast natürlich recht, dass man sich dem bestehenden System nicht ganz entziehen kann. Ich leb ja nicht im Wald unter einem Stein und befinde mich natürlich in einer Infrastruktur, die Emissionen produziert. Heißt aber nicht, dass ich deswegen gleich aufgeben muss. (Siehst du, glaube ich, genau so wie ich.) Ich setze mich genau wie du lieber für den Erhalt unserer Erde ein, als unnötig zu konsumieren. Der Benefit ist für mich ein stärkeres Gefühl von Selbstwirksamkeit, als ich das vorher je hatte.

    Liebe Grüße, alles Gute dir!
    Anne

    1. Liebe Anne,
      vielen Dank, dass Du auf meinem Blog vorbeigeschaut und Dir die Zeit für eine Antwort genommen hast!
      Du hast Recht, dass viele schöne Reiseziele vor der eigenen Haustür liegen. Für mich gibt es aber mindestens noch einmal genauso viele in weiter Ferne.
      Bspw. würde ich gern auf den Spuren von Gesa Neitzel eine Safari in Botswana machen. – Oder die unglaublichen Landschaften Neuseelands erkunden. – Oder mit einem Expeditionsteam per Schiff von Patagonien aus in die Antarktis reisen, um Pinguine in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. – Oder, oder, oder…
      Leider geht das alles mit einem „Standard“-Job, bei dem bereits vier Urlaubswochen am Stück die Ausnahme darstellen, nur mit dem Flugzeug. Natürlich ist es eine Überlegung wert, ob man die geflogene Strecke kompensiert.
      Ich freue mich sehr, dass Du die Einschätzung teilst, dass Reisen bildet. In Deinem Buch hast Du in meiner Wahrnehmung recht provokativ danach gefragt („Aber offenbar habe ich schon etwas aussortiert, das mir das erschwert: die Fähigkeit, mich selbst zu bescheißen. Dass andere verantwortlich sind, ist nur ein Teil der Wahrheit, ich selbst bin es auch. Und bildet Reisen wirklich?“), aber leider nicht beantwortet. Zusammen mit dem direkt folgenden Zitat des Ökonomen Niko Paech („Was machen Sie denn, wenn ich Ihnen mehr über Afrika erzählen kann als jemand, der zehn Mal pro Jahr in Afrika ist, einfach weil ich lese?“) hinterließ dies bei mir einen anderen Eindruck.
      Sicherlich ist auch für einen interkulturellen Austausch nicht zwingend eine Fernreise erforderlich. Ich persönlich fand jedoch gerade den Austausch mit fernen Kulturen wie bspw. Asien oder Afrika am spannendsten, auch wenn ich den Diskurs mit europäischen Kulturen nicht missen möchte. Vielleicht kennst Du das Buch „Acht Stunden mehr Glück“ von Maike van den Boom. Ich bemühe mich gerade um einen Staff Exchange nach Dänemark oder Schweden, weil ich gern mehr über die – aus deutscher Sicht ¬ ganz andere Arbeits- und Lebenseinstellung erfahren möchte.
      Letztendlich bin ich einfach der Ansicht, dass jede Person für sich selbst entscheiden muss, wie sie sich (natürlich nur über gesetzliche Bestimmungen hinaus) in Bezug auf Umwelt-, Natur- und Tierschutz oder bspw. faire Produktionsbedingungen verhält. Und das sollten andere auch tolerieren (ich sage nicht akzeptieren; diese beiden Wörter werden ja leider oft durcheinandergebracht, obwohl zwischen ihnen ein großer Unterschied besteht).
      Für Denkanstöße bin ich immer dankbar und Dein Buch hat bei mir auf jeden Fall für anregende (teilweise sogar hitzige) Diskussionen gesorgt.
      Übrigens habe ich gerade die erste Duschseife meines Lebens benutzt: Gar nicht mal so schlecht…
      Ich wäre sehr gern zu einer Deiner Lesungen gekommen, aber leider war ich an dem Tag der einzigen in meiner Nähe krank.
      Weiterhin alles Gute für Dich und Dein Buch und noch einmal vielen Dank für den Kommentar.
      Deine Yvonne

  2. Liebe Yvonne,

    danke, da schreibe ich dir gern noch mal zurück! Die Frage, die du zitierst, ist nicht rhetorisch gemeint – Niko Paech stellt eine weitere Frage.
    Der danach folgende Austausch in der Kneipe und auch die Reiseliste dürfte zeigen, dass ich mich nicht von der grundsätzlichen Idee verabschiedet habe, dass Reisen bilden kann (glaube aber tatsächlich, ein Gros der Pauschalreisen tut das nicht).

    Natürlich toleriere ich es (im Wortsinn von „dulden“) und ich akzeptiere es auch (im Wortsinn von „gelten lassen“) – immerhin leben wir in einer Demokratie und das habe ich nicht in Abrede gestellt. Gut finden muss ich es deshalb nicht – und es geht ja um mein eigenes Reiseverhalten. Das Buch ist bewusst in der Ich-Perspektive formuliert; Dogmen wären Lehren mit Anspruch auf absolute Gültigkeit. (Zum Wort „Gutmensch“ übrigens: Da zucke ich immer zusammen, weil es gerade dieser Tage so oft im rechten Kontext verwendet wird, auch wenn es von dir sicher nicht so beabsichtigt ist. Ich hoffe, diese Anmerkung nimmst du mir nicht übel …)

    Ich denke aber, dass so eine individuelle Entscheidung viele Leben negativ beeinflusst – unter anderem das der Pinguine 😉 Es mag blöd sein, es ist sicherlich traurig und unbequem, aber leider ist es Fakt. Und ich vermute, dass du da mit mir sogar einer Meinung bist.
    (Wenn es möglich wäre, ohne so einen großen Schaden zu verursachen, weiterhin um die Welt zu jetten, würde ich supergern nach Neuseeland und Patagonien 🙂 Hoffen wir also, dass ein alternativer Antrieb erfunden wird, dann trinken wir gemeinsam einen Mate-Tee in Ushuaia und bequatschen unsre Reiseträume 😉

    Liebe Grüße und dir alles Gute,
    Anne

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