Der Mann der zu träumen wagte von Graeme Simsion

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Instagram-Aktion „Bücher auf Reisen“ gelesen, da ich zwar „Das Rosie-Projekt“ von dem Autor sehr geliebt habe, aber aufgrund des Themas Betrug/Ehebruch skeptisch war, ob mir diese Geschichte gefällt. Und was soll ich sagen: Das Buch reist zwar zwangsläufig weiter, zieht aber trotzdem bei mir ein, denn es hat mich wirklich positiv überrascht.

Klappentext

Es war der große Traum. Angelina und Adam lernten sich im sonnigen Melbourne kennen. Sie erlebten, was es bedeutet, die Liebe zu finden – und sie wieder zu verlieren. Beide hatten sie nicht den Mut, sich füreinander zu entscheiden. Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie zusammengeblieben wären?
Völlig überraschend meldet sich Angelina jetzt nach über 20 Jahren bei Adam in London. Was will sie? Haben die Songs doch recht, die von der ewigen Liebe erzählen? Sie lädt ihn in ihr Landhaus nach Frankreich ein. Adam und Angelina müssen sich fragen: wieviel Risiko darf man eingehen, wenn Träume auf einmal wahr werden könnten?

Meine Meinung

Ich habe wirklich gedacht, ich würde diesen Roman nicht bis zum Schluss lesen. Doch selbst als sich die Protagonist*innen auch physisch wieder gegenüberstehen und übereinander herfallen, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Graeme Simsion schreibt flüssig, fesselnd und nutzt gekonnt Metaphern und Analogien. Rückblicke wechseln sich mit der Gegenwart ab und geben uns eine Ahnung von der Sehnsucht, die die beiden Protagonist*innen zueinander spüren.

Das Ende war für mich daher durchaus überraschend, vor allem aber hätte ich nicht gedacht, dass ich den Schluss nach der Lektüre so stimmig finden würde.

Die Figuren sind menschlich, voller Fehler und wirken gerade deshalb so authentisch. Mir gefällt, dass es hauptsächlich um die Midage-Phase der Protagonist*innen geht, in der sie bereits mitten im Leben stehen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ihnen die Nebencharaktere Claire und Charlie etwas die Show stehlen, das hat mir sogar gut gefallen. Die eigentliche Handlung spielt gar keine so große Rolle. Stattdessen behandelt der Roman unterhaltsam und mitunter auch ziemlich skurril, was Liebe, Leidenschaft und Sex in den Vierzigern und Fünfzigern bedeuten. Romantisiert man die jugendliche Liebe oder gibt es diese eine große wahre Liebe wirklich? Und wenn ja, wie erkennt man sie und woher weiß man, wann man etwas riskieren und wann man um etwas Bewährtes kämpfen soll?

Das alles unterlegt der Autor mit der passenden Musik, die in seinem Roman einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt. So lässt er Adam ausgesprochen gut Klavierspielen und seine Emotionen mit Songs verbinden. Graeme Simsion empfiehlt selbst zu Beginn des Buches, die von ihm zusammengestellte Playlist beim Lesen laufen zu lassen.

Fazit

Ich glaube, dieser Roman hat mich deshalb so begeistern können, weil ich gerade genau im gleichen Alter wie Adam und Angelina bin. Und da sich sehr viel unter der eigentlichen Oberfläche der Geschichte abgespielt hat, konnte ich auch das Thema Betrug und Ehebruch relativ gut aushalten.

„Der Mann, der zu träumen wagte“ ist eine intelligente Liebesgeschichte für alle die gerade mitten im Leben stehen und sich heimlich fragen: „Was wäre, wenn…“.

Bibliografie

Titel: Der Mann, der zu träumen wagte
Autor: Graeme Simsion
Übersetzung: Annette Hahn
Verlag & Copyright: FISCHER
Seitenzahl: 400
Erscheinungstermin: 25. April 2018
Preis: 10,99 € (Taschenbuch)

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