Check & Mate von Ali Hazelwood

Bücher von Ali Hazelwood kaufe ich mittlerer Weile ja ohne meine üblichen 30 Seiten im Buchladen zu lesen, also ist auch „Check & Mate“ sofort bei mir eingezogen.

Klappentext

Mallory Greenleaf hat sich geschworen, nie wieder Schach zu spielen. Denn das Spiel, das sie jahrelang geliebt hat, hat ihr zu viel genommen. Doch als ihre beste Freundin sie überredet, bei einem Wohltätigkeitsturnier einzuspringen, kann Mallory nicht ablehnen. Ein letztes Mal spielt sie – und besiegt versehentlich den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer. Nolan, der Schach auf ein ganz neues Level gehoben hat. Nolan, der dafür bekannt ist, dass er mit Niederlagen nicht gut umgehen kann. Nolan, der wahnsinnig gut aussieht. Mallory tut das Erste, was ihr in den Sinn kommt: Sie läuft weg. Doch Nolan spürt sie auf und lässt nicht locker. Er will unbedingt erneut gegen Mallory spielen. Doch sie kann nicht riskieren, sich noch einmal ins Schachspielen zu verlieben. Und in Nolan schon gar nicht …

Meine Meinung

Ali Hazelwood begibt sich auf neues Terrain. Bislang spielten ihre Romane ja im naturwissenschaftlichen Umfeld, doch in „Check & Mate“ dreht sich alles um Weltklasseschach. Das ist zwar ähnlich nerdig, aber das wissenschaftliche Setting, in dem sie sich ja auch so gut auskennt, fehlt mir irgendwie. Für einen Schachlaien wie mich war es schwer den ganzen Fachbegriffen zu folgen und auch wenn mir der Einblick in diese Welt gut gefallen hat, nahm es doch einen extrem hohen Umfang an der Geschichte ein. In einem Punkt bleibt sich Ali Hazelwood aber treu: auch in „Check & Mate“ zeigt sie ungeschönt, welche Diskriminierung Frauen in einem von Männern dominierten Metier immer noch erfahren. Und das macht mich natürlich wieder einmal unfassbar wütend…

Der Sprachstil ist wie gewohnt flüssig, humorvoll und fesselnd. Ali Hazelwood schafft es immer wieder, die nerdigsten Dinge sexy zu machen.

Gleiches gilt für die Charaktere, auch wenn ich bis zum Schluss nicht wirklich verstanden habe, warum die Protagonistin mit Schach aufgehört hat…

Da der Klappentext dazu wenig verrät: Mallorys Mutter ist krank und daher oft nicht in der Lage zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ihr verstorbener Dad war ein Schachgroßmeister und gleichzeitig kein guter Familienvater und Ehemann. Daher fühlt sich Mallory verpflichtet, für ihre Mutter und ihre zwei jüngeren Schwestern zu sorgen. Sie hat dafür sogar aufs College verzichtet und bei einer lokalen Autowerkstatt angefangen, denn Schrauben kann sie fast so gut wie Schach spielen. Leider kommt das etwas gewollt rüber, nach dem Motto: Was könnte man die Protagonistin noch „Frauenungewöhnliches“ tun lassen…

Ihre beiden Schwestern sind unglaublich verzogene Gören – vor allem Sabrina – das löst sich zwar zum Schluss, war aber während der Lektüre manchmal kaum auszuhalten und ich hätte Mallory am liebsten geschüttelt, damit sie mal was für sich tut. Aber ich mochte ihre Mom.

Nolan war definitiv mein Lieblingscharakter, daher fand ich es schade, dass die Geschichte nur aus Malorys Sicht geschrieben ist. Er bringt auch weniger Hintergrundgeschichte mit als man das sonst von Ali Hazelwoods männlichen Protagonisten gewohnt ist.

Die Lovestory ist schön, vielleicht schon etwas zu glatt, denn das dramatische Element basiert lediglich auf einer übertriebenen Wahrnehmung Malorys. Dadurch löst sich der Konflikt aber auch schnell wieder auf und das kommt mir ja immer entgegen.

Das Schachspezifische Drama war schnell vorauszusehen, da hätte selbst ich mir etwas mehr Überraschung gewünscht.

Fazit

„Check & Mate“ ist alles in allem der bislang schwächste Roman von der Autorin, wenngleich immer noch empfehlenswert. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich im Schachmetier nicht so gut auskenne, wie im naturwissenschaftlichen Umfeld, aber ich würde lieber wieder etwas aus diesem Bereich von ihr lesen.

Gleichzeitig habe ich jetzt große Lust, Schach zu lernen.

Bibliografie

Titel: Check & Mate
Autorin: Ali Hazelwood
Übersetzung: Melike Karamustafa, Bettina Hengesbach
Verlag & Copyright: Heyne
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 15. November 2023
Preis: 18 € (Klappenbroschur)

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