Die schmutzige Frau von Annette Pehnt

Die Autorin habe ich auf der Leipziger Buchmesse in einer Diskussion mit Julia Schoch (Das Liebespaar des Jahrhunderts) gesehen und gehofft, dass ihr Roman vielleicht endlich mal eine interessante Geschichte über eine gescheiterte Ehe bereithalten könnte (Achtung Spoiler: leider Fehlanzeige).

Klappentext

Ein Mann kauft seiner Frau ein großzügiges Apartment über der Stadt. Dort soll sie sich Zeit für sich nehmen und ihren Neigungen nachgehen. Aber die Sache hat einen Haken: Die Frau kann die Wohnung nicht mehr verlassen. „Hier oben brauche ich niemanden, keinen Liebhaber, keinen Ausblick und Meinenmann schon gar nicht“, sagt sie trotzig. Nun ist sie hoch über der Stadt sich selbst, ihren Wünschen und Fantasien ausgeliefert, während ihr Mann seine ganz eigenen Interessen verfolgt.

Meine Meinung

Im Prinzip sind es zwei Geschichten, die vermutlich im Verlauf irgendwann als eine wahrgenommen werden sollen. Die erste dreht sich um die namenlose Ich-Erzählerin. Man erfährt nicht viel über sie, nur einige Rückblicke auf das Leben zu zweit und später mit den Kindern. Dazu kommen ihre Gedanken, während sie allein in der neuen Wohnung ist. Leider ist nichts davon wirklich interessant.

Sie möchte ein Buch schreiben und ich vermute, die eingebauten sieben Geschichten sollen das verkörpern, was sie zu Papier bringt. Doch auch diese Seiten sind langweilig. Irgendwie geht es um einen Mann, der sowohl eine Freundin hat als auch eine „schmutzige Frau“, die irgendwie bei ihm einzieht. Diesen Teil des Buches habe ich überhaupt nicht verstanden; soll das eine Metapher sein? Ist sie die Freundin? Oder die schmutzige Frau?

Die Figuren sind allesamt unsympathisch. Die Protagonistin ist auch nach dem Umzug vollkommen von ihrem Mann abhängig, nicht mal für ihre Einkäufe kann sie selbst sorgen. Warum sie die Wohnung nicht verlassen kann, erschließt sich mir nicht. Ich frage mich auch, wie sie mit ihm abschließen will, wenn er täglich vorbeikommt. Oder will sie das gar nicht?

Ihren Mann nennt sie stets nur „Meinenmann“, ihn mag ich auch nicht. Es schimmert durch, dass es ihm gefallen würde, eine Schriftstellerin zur Frau zu haben, vermutlich hat er ihr deshalb die Wohnung organisiert.

Zu den Figuren in ihrer Geschichte kann ich gar nichts sagen, weil ich sie nicht verstehe.

Ich habe recherchiert, dass es sich um einen Versroman handelt (keine Punkte!). Lesen lässt er sich aber recht flüssig.

Fazit

Ich befürchte hier fehlt mir der intellektuelle Zugang („Hurz“)…

Es ist offensichtlich, dass die Geschichte eine tiefere Botschaft enthält. Nur blieb sie mir leider verborgen. Bei den wenigen Rezensionen, die ich zu dem Roman gefunden habe, frage ich mich, ob wir wirklich das gleiche Buch gelesen haben. Erstaunlich, was andere in den gut 160 Seiten alles entdeckt haben. Ich fand den Roman schlicht und ergreifend uninteressant. Aber wie gesagt, vermutlich habe ich ihn einfach nicht verstanden.

In jedem Fall lest vor einem Kauf bitte unbedingt rein und zwar auch in die eingebaute Geschichte (in Kursivschrift, kann man nicht überblättern). Hätte ich das gemacht, wäre das Buch im Laden geblieben.

Bibliografie

Titel: Die schmutzige Frau
Autorin: Annette Pehnt
Verlag & Copyright: Piper
Seitenzahl: 176
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2023
Preis: 22 € (Hardcover)

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