Alba von Carina Schnell

Meine Meinung

Die Geschichte spielt in den späten 70ern zu Zeiten des Schottischen Referendums. Es geht um die Wahl-New Yorkerin Cate, die nach einem Heiratsantrag ihres Freundes Ben in die schottischen Highlands flüchtet, um – zumindest offiziell – den besten Artikel ihrer bisherigen Journalistenkarriere zu schreiben. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie einem Fremden mit einer unnatürlichen Anziehungskraft und schon wird sie in eine fantastische Parallelwelt hineingezogen, muss sich gegen tödliche Wölfe zur Wehr setzen, begegnet Feen, die ganz anders sind, als von den Gebrüdern Grimm in ihren Märchensammlungen beschrieben und findet sich mitten in einem magischen Krieg wieder, der auch die Menschen bedroht. Nimmt Cate das Erbe ihrer schottischen Vorfahren an und kann sie die Fianna (gälisch für Feen) unterstützen, den Frieden beider Welten wieder herzustellen?

Dabei hat es ein Feenkrieger Cate besonders angetan und so dauert es keinen Tag, bis sie Ben und ihre gemeinsame Zukunft zu vergessen scheint. Die Art wie sie ihn behandelt ist auch eine Charakterschwäche, die es mir schwer machte, die Hauptfigur wirklich 100prozentig sympathisch zu finden. Das fand ich sehr schade. Dass sich Menschen in jemand anderen verlieben, passiert, aber es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Auch die Geschichte der Fianna sind nicht ganz ausgereift. Die innere Zerrissenheit, die ihnen inne wohnen müsste, zwischen der aus der Vergangenheit erfahrenen Notwendigkeit, ihre Art zu schützen und Unschuldige zu töten, wird nicht ganz deutlich. Dennoch hat der Roman einige interessante Ansätze, insbesondere das an Alice im Wunderland erinnernde Spiegelreisen. Am besten sind jedoch die Landschaftsbeschreibungen. Wer schon einmal am Loch Lomond war, findet sich durch diesen Roman dorthin zurückversetzt. Die Autorin schafft es, die Atmosphäre der jeweiligen Situation und Umgebung so spürbar herzustellen, dass man selbst glaubt, unmittelbarer Zuschauer der Geschehnisse zu sein.

Daneben haben es mir insbesondere die gälischen Wörter und Redewendungen, die immer wieder in die Geschichte eingeflochten wurden, angetan, auch die Mythen und Sagen Schottlands passten perfekt zur Geschichte.

Das Buch ist der Anfang einer Reihe, gegen Ende hat man auch schon eine Ahnung (oder sollte ich besser Befürchtung sagen), dass man auf einen Cliffhanger zusteuert. Wer also solch eine Spannung nicht aushalten kann, sollte vielleicht warten, bis der zweite Teil erscheint, um dann direkt weiterlesen zu können.

Toll fand ich die Anleitung zur Aussprache einiger gälischer Wörter sowie das Glossar am Schluss.

Fazit

Wie Cate nach Alba wird man als Leserin durch den Schreibstil von Carina Schnell in die Geschichte gezogen, aus der man ohne Hilfe (oder den Wecker) nicht wieder hinausfindet. Der Roman gehört definitiv zu der Sorte „ach, nur noch ein Kapitel…“.

Trotz Cates Charakterschwäche hat mir das Buch gut gefallen und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht wird diese Schwäche ja auch im zweiten Band ausgebügelt, das würde mich sehr freuen. Denn diese Reihe hätte das Potenzial einige der wenigen Romantasy-Folgen in meinem Bücherregal zu werden. Für Schottland- und Romantasy-Fans in jedem Fall eine Leseempfehlung.

Infos

Titel: Alba – Zwischen zwei Welten

Autorin: Carina Schnell

Verlag: Knaur Taschenbuch

Seiten: 376

Preis: 4,99 € (eBook)

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