Book Lovers von Emily Henry

Ich habe dieses Buch auf Instagram entdeckt, und bei dem Titel musste ich mir einfach den Klappentext durchlesen. Der wiederum hat mich noch neugieriger werden lassen, also las ich 30 Seiten ins Buch rein – und konnte nicht mehr aufhören…

Klappentext

Die New Yorker Literaturagentin Nora Stephens ist das Gegenteil jeder romantischen Romanheldin. Sie ist tough, scharfzüngig und nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Einzig für ihre Schwester Libby würde sie alles tun – sogar einen Sommer in der idyllischen Kleinstadt Sunshine Falls verbringen, dem Schauplatz von Libbys Lieblingsromanen. Von Picknicks auf Blumenwiesen und Dates mit attraktiven Landärzten jedoch keine Spur! Ausgerechnet dem arroganten und unnahbaren New Yorker Lektor Charlie Lastra begegnet Nora in Sunshine Falls wieder. Nach und nach muss sie jedoch erkennen, dass nicht nur in Büchern, sondern auch im wahren Leben manches anders ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung

„Book Lovers“ war wirklich die perfekte Flucht aus dem Alltag und eine der besten Romance Geschichten, die ich je gelesen habe.

Zunächst einmal fand ich die Idee brillant, die „kaltherzige Großstadtfrau“ zur Protagonistin zu machen, die in Liebesromanen von ihrem Freund für die liebenswürdige Bäckerin, B&B Betreiberin oder Weihnachtsbaumplantagenbesitzerin (Lichterglanz ist trotzdem auch ein tolles Buch…) verlassen wird. Dabei wird die Protagonistin Nora völlig ungeschönt, fast schon etwas karikiert dargestellt, aber was ist so falsch daran, organisiert zu sein (ich liebe Listen ebenfalls), Karriere machen und in einer Großstadt ohne Kinder leben zu wollen?

Auch die anderen Charaktere sind Detailverliebt gezeichnet und mir gefällt, dass Libby einen eigenen Handlungsstrang bekommt.

Charlie wirkt bei ihrem ersten Treffen arrogant und überheblich, was sich aber schnell ändert. Im Prinzip sind sich die beiden einfach nur extrem ähnlich. Vor allem verbindet sie eine tiefe Liebe zur Literatur. Daher würde ich den Trope auch nicht als klassischen Enemy to Lovers bezeichnen, weil sie sich ja nur einmal begegnet sind, bevor ihre Geschichte beginnt.

In jedem Fall habe ich alle drei Hauptdarsteller*innen direkt in mein Herz geschlossen.

Zwar würde ich nicht so weit gehen, zu sagen, dass der Roman Tiefgang hat, aber zwischen den Zeilen kann man durchaus einige Päckchen erkennen, die sowohl Nora als auch Libby und Charlie mit sich rumtragen. Und so hat mich die Geschichte wirklich sehr berührt, wie Nora und Libby ganz langsam den Weg zu sich selbst gefunden haben.

Das Ende ist frühzeitig vorauszusehen – wie meistens in diesem Genre – aber zum einen stört mich das bei Liebesgeschichten nicht (ich will, nein ich brauche ja ein Happy End!) und zum anderen war es hier wirklich authentisch, weil man gleichzeitig erkannt hat, dass es von außen betrachtet, immer sehr viel einfacher ist, die Lösung zu sehen, als wenn man mitten in dem Problem drinsteckt. Und genau das zeichnet dieses Buch aus: Authentizität. Emily Henry hat die Herausforderungen, denen sich Nora, Libby und auch Charlie stellen müssen sowie ihre innere Zerrissenheit unglaublich gut eingefangen. Die dramaturgischen Elemente ergaben sich einfach aus den schwierigen Situationen und Umständen, denen sich die Figuren gegenübersahen. Natürlich gab es Fehlkommunikation, aber sehr lebensecht-menschliche, die ich zu 100 Prozent nachvollziehen konnte.

Nora ist übrigens Literaturagentin und was mich an dem Buch noch so begeistert hat, war, wie sich das Manuskript einer ihrer Autorinnen als roter Faden durch die Geschichte zieht (Buch im Buch: LIEBEN wir!). Und so verbindet Emily Henry die Leseerfahrung von Libby und Charlie mit ihrer Beziehung und gleichzeitig mit meinem Lektüreprozess. Das ist einfach so intelligent geschrieben!

Ich will, dass das alles bleibt, und ich muss wissen, wie es endet. Ich will es beenden, und ich will, dass es für immer andauert.

Emily Henry: Book Lovers, S. 316

Gleichzeitig baut sie die Stereotypen dieses Genres offen in die Handlung mit ein, was sie unglaublich unterhaltsam macht. Es gibt witzige Dialoge á la Gilmore Girls und die Beschreibungen von New York erinnern an den Film „Email für Dich“. Aber auch das Kleinstadtfeeling wird bildhaft eingefangen.

Ein Wort noch zur „Spicyness“: Ja es wird heiß, was ich erstaunlicherweise gar nicht gebraucht hätte, aber gestört hat es auch nicht.

Fazit

„Book lovers“ liest sich wie eine Netflix RomCom. 428 Seiten lang geht es um Bücher und Liebe. Genau wie es der Titel verspricht. Für mich ist es damit die perfekte Liebesgeschichte für Leseratten und ein echtes Wohlfühlbuch.

Bibliografie

Titel: Book Lovers
Autorin: Emily Henry
Übersetzung: Katharina Naumann
Verlag & Copyright: Knaur
Seitenzahl: 432
Erscheinungstermin: 01. Dezember 2023
Preis: 12,99 € (Taschenbuch)

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