Bücherliebe – Was Bücherregale über uns verraten von Annie Austen

Ich liebe Bücher, in denen ich etwas über mich selbst lernen kann. Daher hat mich der Untertitel von Annie Austens „Bücherliebe – Was Bücherregale über uns verraten“ auch sofort angesprochen. Im Folgenden erfahrt ihr, was meine Bücherwand und mein RuB über mich zu sagen haben…

Klappentext

Ob wir unsere Bücher nun alphabetisch nach Autoren, nach Genres oder (Himmel bewahre!) nach Farben sortieren – Bücherregale sind die heimlichen Stars unter den Wohnzimmermöbeln. Doch neben vielgeliebten Bücherschätzen bergen sie so manches Geheimnis: Haben wir unsere Sammlung mit der unseres Partners vereint? Behalten wir alle Bücher, die wir gelesen haben, oder nur die am meisten geschätzten?

Annie Austen geht den wirklich wichtigen Fragen des Lebens nach: Wie bringe ich Ordnung in mein Bücherregal? Warum sind Shelfies noch immer besser als Selfies? Muss man Bücher unbedingt zu Ende lesen? Und ganz wichtig: Wie überwinde ich die Angst, ein Buch zu verleihen? Außerdem gibt sie uns stolzen Regalbesitzern viel Insiderwissen und Inspirationen an die Hand: von Bücherregalen, die Geschichte schrieben, den Lieblingstiteln aus den Regalen von Barack Obama und Marilyn Monroe bis hin zu Welthits, die ihre Inspiration in Büchern fanden, fiktiven Bibliotheken und vieles mehr.

Meine Meinung

Nach einer kurzen Einleitung geht’s direkt an die Bretter, die unsere Bücherwelt bedeuten und was unsere Regale so alles über uns erzählen können. In der Art: Zeige mir Dein Bücherregal und ich sage Dir, wer Du bist.

Dabei wird jedes Kapitel mit einem wunderschönen Zitat über Bücher oder das Lesen eingeläutet.

Es gibt skurrile sowie interessante Geschichten rund ums Buch aus aller Welt (Bspw. 10 Bücher, die man in Osama Bin Ladens Unterschlupf fand) und wir bekommen einen Einblick in die Regale und Leselisten berühmter Leute (von Barack Obamas Leseliste habt ihr bestimmt schon gehört, ich habe daraus mal „American Spy“ gelesen, war aber leider enttäuscht). Auch berühmte Bücherregale, insbesondere diejenigen, die einen Geheimgang verbergen, finden ihren Platz.

Darüber hinaus enthält es interessante Fakten und Studien, wie z.B. welche Bücher am häufigsten auf die Frage genannt werden, welche Lektüre man auf eine einsame Insel mitnehmen darf. Darauf würde ich persönlich vermutlich mit einem dicken Klassiker, wie Homers Ilias oder Odyssee antworten. Vielleicht auch „Matou“ von Michael Köhlmeier, immerhin würde ich damit auch gleich eine Katze dabei haben. Oder zählt die Gesamtausgabe von Harry Potter als ein Buch?

Eine Wissenschaft für sich ist natürlich auch das Thema Sortierung von Büchern im Regal. Ich selbst ordne ja zunächst nach Genre, dann nach Größe und dann nach Farbe.

Aber die Autorin spricht auch heikle Punkte an: Bücher ausleihen? Für mich ja der reinste Horror, zumindest was meine liebsten Schätze anbelangt. Daher bin ich sehr froh über die mitgelieferte sehr plausible Begründung, nie mehr ein Buch aus der Hand geben zu müssen:

(…) 1793. Ein schottischer Anwalt und politisch Radikaler namens Thomas Muir verlieh sein Exemplar von Thomas Paines „Die Rechte des Menschen“ an ein paar Freunde in Paisley. Dafür wurde er wegen aufwieglerischer Umtriebe angeklagt und – das muss man sich mal vorstellen! – zu vierzehn Jahren Strafgefangenenlager in Australien verurteilt.

Annie Austen: Bücherliebe, S. 97f.

Ein wenig fragwürdig erscheint mir allerdings die Einteilung von Buchliebhabern nach Charles Nodier in Bibliophile, Bibliomane oder Bouquinisten, denn ich finde mich in keiner der Kategorien wieder. Weder versuche ich mit Büchern etwas zu kompensieren, noch geht es mir um Quantität oder darum, eine Erstausgabe auf dem Flohmarkt für einen Euro zu ergattern. Ich kaufe zwar sicher mehr Bücher, als ich vermutlich jemals werde lesen können, aber allesamt sind sie sorgfältig ausgewählt und angelesen. Und langfristig einziehen dürfen nur wahre Schätze, die mich sehr glücklich gemacht, tief berührt oder etwas gelehrt haben. Natürlich nutze ich auch Geschichten, um ab und zu der Realität, der Zeit oder auch dem Planeten zu entfliehen, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen sowie meinen Horizont zu erweitern.

Diskutiert wird auch Frage, ob jedes Buch zu Ende gelesen werden muss (Das finde ich persönlich nicht – das Leben ist zu kurz für ungeeignete Bücher).

Und sehr humorvoll fand ich das Kapitel übers Zusammenziehen und damit Zusammenlegen von Bibliotheken. Bei mir und meinem Mann war das Gott sei Dank sehr einfach. Bis auf einige wenige wissenschaftliche Bücher las er zu der Zeit nur Perry Rhodan Hefte und die dazugehörigen Sammelbände. Da letztere mit ihrem silber-blauen Layout sehr hübsch aussehen, sind sie eine wahre Bereicherung für meine – Verzeihung, ich meine natürlich unsere – Bücherwand.

Insgesamt schreibt Annie Austen unterhaltsam, locker und leicht. Ich musste wirklich oft schmunzeln. Die kurzen Anekdoten, Berichte und Geschichten lassen sich Stück für Stück oder in einem durch lesen. In Kombination mit dem kompakten Format und Lesebändchen also auch ein ideales Handtaschenbuch für Wartezeiten.

Fazit

Bücher erzählen Geschichten und die Regale, in denen wir sie aufbewahren, verraten die unsere. Mit diesem kleinen Büchlein hat Annie Austen wirklich das perfekte Geschenk und Mitbringsel für uns Büchermenschen auf den Markt gebracht.

Bibliografie

Titel: Bücherliebe – Was Bücherregale über uns verraten
Autorin: Annie Austen
Übersetzung: Katrin Harlaß
Verlag und Copyright: HarperCollins
Seitenzahl: 208
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2022
Preis: 14€ (Hardcover)

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