Der Fluch von Pendle Hill von Oscar de Muriel

Der zweite Fall für das ungleiche Ermittlerpärchen Frey und McGray, was bedeutet, dass ich mit @buechernoodle und @meine.welt.aus.papier wieder ins Schottland des 19. Jahrhunderts gereist bin. Aber ganz ehrlich: Ohne die beiden hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen…

Klappentext

Neujahr 1889. In Edinburghs berüchtigter Irrenanstalt ermordet ein gefährlicher Psychopath eine Krankenschwester. Kurz bevor ihm die Flucht gelingt, unterhält er sich mit einer jungen Patientin, die seit Jahren kein Wort gesprochen hat. Wieso hat sie ihr Schweigen gebrochen? Sind die Gerüchte von schwarzer Magie wahr, die in den Fluren der Anstalt kursieren? Inspector McGray geht der Fall sehr nahe, denn die junge Frau ist seine Schwester. Zusammen mit seinem Partner Ian Frey verfolgt er den Mörder durch das ganze Königreich – bis zum Pendle Hill, Sitz der gefürchteten Hexen von Lancashire, wo die beiden genialen Ermittler einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur kommen …

Meine Meinung

Der Einstieg in den zweiten Fall von Frey und McGray hat mir gut gefallen. Es ging direkt spannend los und auch der Plot ist interessant: ein Giftmord, zwei entflohene Insassen und ein Hexenzirkel – ob der Autor dafür auch dieses Mal logisch „weltliche“ Erklärungen findet? Durch den stimmigen Mix aus Hexerei und Wissenschaft, ist es der ideale Fall für die Sonderkommission für Übernatürliches (stellt euch dazu bitte kurz die Titelmusik von Akte X vor).

Figuren

Doch was mir im ersten Band noch so gut gefiel, hat mich jetzt nur noch genervt: das Ermittlerduo. Ihre Wortgefechte waren einfach nicht mehr unterhaltsam; vor allem aber hat es der Autor in meinen Augen mit McGrays Verhalten Frey gegenüber deutlich übertrieben und ich verstehe auch nicht, warum sich Frey nicht stärker dagegen wehrt. Das hat für mich irgendwie einen Bruch mit der Reihe erzeugt, der sich vermutlich schwer wieder kitten lässt.

Insgesamt waren es mir auch einfach zu viele Schlägereien, das hatte ja schon fast Bud Spencer/Terrence Hill Charakter.

Freys Vater hingegen wirkt in diesem Band fast schon sympathisch und auch die*den Gegenspieler*in fand ich sehr gelungen.

Allerdings hatte ich mir erhofft, etwas mehr über das Schicksal von McGrays Schwester Amy zu erfahren, aber da muss man vermutlich auch noch die Folgebände lesen…

Außerdem hatte ich ein wenig Probleme damit, die vielen Figuren zu sortieren und auseinander zu halten…

Sprache

Wie in Band I lässt sich der Schreibstil flüssig weglesen und auch die Atmosphäre ist wie erwartet düster, aber gut gezeichnet (insbesondere in der Irrenanstalt). Vor allem stimmte das Tempo.

Tipp

Lest unbedingt auch die Anmerkungen des Autors (aber erst nach der eigentlichen Lektüre), denn dort erläutert er, auf welchen wahren historischen Begebenheiten der Fall beruht und inwieweit ihm sein Doktor in Chemie weitergeholfen hat.

Fazit

Wenn McGray sich Frey gegenüber nicht die ganze Zeit wie ein Arschloch verhalten hätte, wäre das ein gutes Buch geworden. So kann ich leider nur sagen, dass meine Schottlandreise nach dem dritten Band endet, sollte sich das nicht bessern. Und den werde ich auch nur lesen, weil ich wissen will, wie es mit Amy weitergeht…

Krimi-Reihe

Auch wenn man die Bände unabhängig voneinander lesen kann, würde ich es nicht empfehlen, da viele Figuren wiederholt auftauchen und ihr auch die Entwicklung von Frey und McGrays Beziehung verpassen würdet.

Band I: Die Schatten von Edinburgh

Band II: Der Fluch von Pendle Hill

Bibliografie

Titel: Der Fluch von Pendle Hill
Autor: Oscar de Muriel
Übersetzung: Peter Beyer
Verlag & Copyright: Goldmann
Seitenzahl: 512
Erscheinungstermin: 15. Januar 2018
Preis: 12 € (Taschenbuch)

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