Der Todeswirbel von Agatha Christie

Die dritte Aufgabe der #readchristie2023 Challenge war das Motiv „Zorn“. Ich wählte den empfohlenen Hercule Poirot „Der Todeswirbel“, allerdings muss ich nach der Lektüre gestehen, dass diese Emotion nicht so ganz das Motiv des Mörders trifft…

Klappentext

Gordon Cloade war ein reicher Mann. So reich, dass er Zeit seines Lebens seinem gesamten Familienclan unter die Arme greifen konnte. Nun ist er tot und die Familie muss mit ansehen, wie sein Reichtum komplett an die Frau geht, die er gerade erst geheiratet hat. Womit das Erbe für die junge Witwe zu einer äußerst ungemütlichen Angelegenheit wird, zumal nicht nur der gesamte Clan hinter ihm her ist. Spätestens als ein Mord geschieht, sind die Dinge so verwickelt, dass nur noch einer sie lösen kann: Hercule Poirot.

Meine Meinung

Obwohl bei dieser Ausgangssituation „Mord“ quasi schon in der Luft liegt, konnte mich der Plot nicht wirklich fesseln. Aber zumindest bot die begrenzte Anzahl von Verdächtigen eine unterhaltsame Möglichkeit zum Miträtseln.

Wer jedoch wie ich unseren Meisterdetektiv erwartet, wird enttäuscht, denn über weite Strecken des Romans tritt kein Hercule Poirot in Erscheinung. Trotzdem lässt er es sich am Ende natürlich nicht nehmen, alle Unstimmigkeiten aufzulösen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Figuren

„Ist es die menschliche Ebene, die Sie interessiert?“
„Ja,“ sagte Poirot. „Es ist immer die menschliche Ebene.“

Agatha Christie: Der Todeswirbel, S. 230

Was die Romane der Queen of Crime ausmacht, sind die Charaktere; ihre Beweggründe, Emotionen und Verhaltensweisen. Insofern passt der Krimi schon zum Motto, denn die Geschichte ist voller Habgier, Eifersucht, Wut und Egoismus und Agatha Christie zeigt, wie aus ihnen ein tödlicher Wirbelsturm werden kann. Dabei hat jede Figur ihre eigenen Probleme und Gründe, jemanden aus dem Weg räumen zu wollen. Aber trotz der einzigartigen Persönlichkeiten, die es erlauben, Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen, schaffe ich es nicht, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Im letzten Kapitel schafft es dann doch noch eine Figur, mich zu schockieren, wenngleich es in meinen Augen ein äußerst unrealistisches „Happy End“ ist.

Fazit

Ein solider Kriminalfall zum Miträtseln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bibliografie

Titel: Der Todeswirbel
Autorin: Agatha Christie
Übersetzung: Michael Mundhenk
Verlag und Copyright: Atlantik
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: 02. März 2022
Preis: 12 € (Taschenbuch)

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