Die Chocolaterie der Träume von Manuela Inusa

In den Sozialen Medien hat ja gefühlt jede von Manuela Inusa’s Reihe Valerie Lane geschwärmt. Kurz vorm Valentinstag kam ich also nicht mehr umhin, mir einen Band zu besorgen. Und da „Die Chocolaterie der Träume“ um die gleiche Jahreszeit spielt und – wie der Name schon sagt – ein schokoladiges Lesevergnügen verspricht, habe ich mich für diesen Teil entschieden, auch wenn es schon der zweite ist. Normalerweise lese ich Reihen in der vorgesehenen Reihenfolge, aber da jedes Buch von der (Liebes-)geschichte einer anderen Ladeninhaberin in der Valerie Lane erzählt, habe ich mir überlegt, den Band zu wählen, der mir am ehesten zusagt, um die Reihe zu testen. Natürlich weiß man dann schon einige Paarzusammensetzungen, aber da diese zumeist ohnehin nach den ersten paar Seiten zu erahnen sind, hat mich das nicht weiter gestört.

Habe ich schon erwähnt, dass ich solche Reihen liebe, in denen man nach und nach die Hintergrundgeschichten und Eigenheiten der Charaktere kennenlernt und verfolgen darf, wie sie alle ihr Glück finden (und sich in der Regel verlieben)?

Klappentext

Keira liebt das, was sie tut, über alles: In ihrer kleinen Chocolaterie in der Valerie Lane stellt sie Confiserie in sorgfältiger Handarbeit her – ihre selbstgemachten Pralinen, Kekse und schokolierten Früchte sind bei Jung und Alt beliebt. Bei all den leckeren Sachen kann Keira oft selbst nicht widerstehen. Aber was macht das schon? Sie steht zu ihrer Leidenschaft und zu ihren Kurven. Doch ihr Freund Jordan, mit dem es ohnehin kriselt, sieht das leider etwas anders. Zum Glück stehen Keira ihre Freundinnen immer zur Seite – und dann gibt es noch diesen einen charmanten Kunden, der in letzter Zeit häufiger bei Keira’s Chocolates einkauft …

Meine Meinung

Der Sprachstil ist nicht ganz so lockerleicht und flüssig, wie bspw. bei Karen Swan oder Julie Caplin. Dennoch lässt sich das Buch hervorragend wegsuchten. Allerdings nicht wegen der Liebesgeschichte, sondern für mich insbesondere durch die detailverliebte und stimmungsvolle Darstellung der Geschäfte, Pralinen und Süßwaren sowie der sympathischen Charaktere.

Allerdings ist Keira bei Weitem nicht so selbstbewusst, was ihr Äußeres anbelangt, wie der Klappentext vermuten lässt. Mich hat daher ihre negative Einstellung Essen und ihrer Figur gegenüber schon etwas gestört. Teilweise war es ja ein richtiger Abnehmwahn. Ich meine, sie betreibt eine Chocolaterie! Da erwarte ich doch einen Charakter, der süße Leckereien zu schätzen und genießen weiß – und zwar ohne schlechtes Gewissen.

Ebenso schade fand ich, dass Keira’s bestehende (aber eher toxische) Beziehung fast den gesamten Teil des Buches einnimmt. Sie trennt sich ja wirklich erst kurz vor Ende des Buches von diesem Idioten. Und währenddessen kommt der schnuckelige Kunde, der uns im Klappentext versprochen wurde, gefühlt nur alle 50 Seiten mal für einen Abschnitt vor. Das Buch lässt der möglichen neuen Liebesgeschichte leider überhaupt keinen Raum, sich wirklich zu entwickeln.

Daher wurde ich vom Ende völlig überrascht und zwar zeitlich. Und das nicht nur, weil die letzten 30 Seiten – also gut ein Zehntel des Buches – die Leseprobe des Nachfolgeromans einnimmt. Nein, für mich fehlte einfach noch etwas und es fühlte sich einfach nicht nach einer abgeschlossenen Liebesgeschichte an. Vielleicht entwickelt sie sich ja in einem der nachfolgenden Bände noch als Nebengeschichte weiter.

Die Vorhersehbarkeit dieser Art von Geschichten finde ich normalerweise überhaupt nicht schlimm. In diesem Roman hat sie mich jedoch etwas gestört, weil es so lange gedauert hat, bis das Erhoffte endlich eintrat (bzw. sich andeutet, dass es bald eintreten wird, denn man erfährt es nicht wirklich).

Dennoch bin ich natürlich gespannt, ob sich etwas zwischen Orchid und Tobin, dem neuen Geschäftsinhaber in der Valerie Lane, anbahnt; Ruby und Gary zusammenfinden und was wohl Susan’s Geheimnis ist.

Schön, aber ebenso vorhersehbar wie das Ende und die Inhalte, der nachfolgenden Bände, sind die Rezepte am Ende des Buches.

Valerie Bonham

Valerie, nach der die Straße benannt worden war, führte vor über einhundert Jahren zusammen mit ihrem Mann Samuel ein Mischwarengeschäft in genau dieser Straße in Oxfort. Jeden Mittwoch öffneten sie ihren Laden allen, die bedürftig waren, sei es nun nach etwas Wärme, etwas zu Essen oder einfach nur nach einer Schulter zum Anlehnen. Dem streben die heutigen Geschäftsinhaberinnen nach. Und so treffen auch sie sich jeden Mittwoch in Laurie’s Tea Corner, der ebenfalls allen offensteht und schmieden Pläne, den Bedürftigen zu helfen, die Valerie Lane prunkvoll zu schmücken, wenn mal wieder Feiertage anstehen oder einfach nur leckeren Tee und Kekse zu kosten und sich über Männer und die Liebe auszutauschen.

Die Hauptcharaktere, deren Geschäfte sowie Titel und Reihenfolge

  • Laurie’s Tea Corner in „Der kleine Teeladen zum Glück“ (Nr. 1)
  • Keira’s Chocolates in „Die Chocolaterie der Träume“ (Nr. 2)
  • Ruby’s Antiques in „Der zauberhafte Trödelladen“ (Nr. 3)
  • Orchid’s Gift Shop in „Der fabelhafte Geschenkeladen“ (Nr. 4)
  • Susan’s Wool Paradise in „Das wunderbare Wollparadies“ (Nr. 5)

Fazit

Für mich war das Buch leider nur eine Supermarktpraline. Definitiv sehr lecker und bestimmt schnell aufgefuttert, aber sie bleibt einfach nicht in Erinnerung. An eine handgemachte Konditorköstlichkeit reicht dieser Roman leider nicht heran. Dafür fehlen die Besonderheit der Geschichte und vor allem ein ausgewogener Spannungsbogen.

Dabei hatte ich so gehofft, mal wieder eine romantische Buchreihe zu entdecken und weiß jetzt gar nicht, ob ich vielleicht einfach nur nicht den besten Band erwischt habe oder die Serie einfach für mich nichts ist. Den ersten Teil werde ich wohl noch lesen, obwohl ich Tee eigentlich nicht wirklich etwas abgewinnen kann.

In jedem Fall lest es bitte unbedingt an, bevor ihr euch zu einem Kauf entscheidet und stellt fest, ob ihr den Sprachstil mögt.

Infos

Titel: Die Chocolaterie der Träume

Autorin: Manuela Inusa

Verlag und Copyright: Blanvalet

Seitenzahl: 336

Erscheinungsdatum: 15. Januar 2018

Preis: 9,99 €

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