The Deal von Elle Kennedy

The Deal war ein reiner Farbschnittkauf. Die Reihe ist mir in der Buchhandlung Winnemuth aufgefallen, weil sie mit dem Buchrücken nach hinten im Regal standen und so das Gesamtbild, das die Farbschnitte aller Bände gemeinsam ergeben, sichtbar war. Deswegen habe ich es auch so schnell nach dem Kauf gelesen, denn wenn mir Teil I gefällt, brauche ich sofort die ganze Reihe, weil es den Farbschnitt nur in der ersten Auflage gibt (Sternchen fürs Marketing)…

Klappentext

Hannah ist verliebt. Doch während die Einser-Studentin sonst kein Blatt vor den Mund nimmt, bringt sie ihrem Crush gegenüber kein Wort heraus. Sie ist … verzweifelt. Warum sonst hätte sie sich auf das Angebot von Garrett Graham einlassen sollen, dem selbstverliebten, kindischen und vor allem sturen Captain des Eishockey-Teams? Der Deal: Sie gibt ihm Nachhilfe, damit er die Abschlussprüfung besteht, und er gibt vor, dass es sich für Hannah interessiert, damit ihr Crush endlich auf sie aufmerksam wird. Traurig aber wahr: Der Plan könnte aufgehen.

Meine Meinung

Im Prinzip scheint es bei der ganzen Reihe darum zu gehen, dass Eishockeyspieler, die eher als Aufreißer bekannt sind, geläutert werden und die wahre Liebe finden, sobald sie der „Einen“ über den Weg laufen. Das kann schnell kitschig und unrealistisch werden, ist Elle Kennedy aber Gott sei Dank nicht passiert. Stattdessen: Awww…

„The Deal“ wird abwechselnd aus Sicht von Hannah und Garrett erzählt, was mir ja immer gut gefällt, vor allem, wenn beide Perspektiven so ausgewogen sind wie hier.

Beide Protatonist*innen bringen heftige Hintergrundgeschichten mit; konkret geht es um Vergewaltigung und häusliche Gewalt. Da hätte zu Beginn eine kleine Triggerwarnung gutgetan. Stattdessen stolpere ich auf der ersten Seite ohne Vorwarnung über folgenden Satz:

In den fünf Jahren seit der Vergewaltigung hat mein Herz nur für zwei Männer geschlagen.

Elle Kennedy: The Deal, S. 5

Das hat mich erstmal aus dem Konzept gebracht, denn so etwas hatte ich nicht erwartet. Dann hatte ich Bedenken, dass mit diesem Thema evtl. zu flapsig und unrealistisch umgegangen wird, aber das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Sowohl Hannahs als auch Garrets Verhalten ist nachvollziehbar und verständlich. Unterstützt durch eine Therapie hat Hannahs Figur– so weit in einem solchen Fall möglich – damit abgeschlossen, was ihr passiert ist. Natürlich hat die Tat Spuren hinterlassen, bspw.  fällt es Hannah schwer, Fremden Vertrauen zu schenken. Aber die Vergewaltigung dominiert nicht mehr ihr Leben. Und so begleiten wir sie eher durch ihren normalen Collegealltag und relativ „normale“ Studierendenprobleme, auch wenn sich die Auswirkungen ihrer Erfahrung immer mal wieder in verschiedenen Situationen bemerkbar machen.

Garret hingegen hat seine Vergangenheit nicht aufgearbeitet. So hat er gleichzeitig Angst davor, so zu werden wie sein Vater, während er, sportlich gesehen, in seine Fußstapfen tritt. Dass er trotzdem an seiner Liebe zu Eishockey festhält, gefiel mir richtig gut.

Dass die Autorin offen aufzeigt, wie ungerecht es selbst in westlichen Ländern noch zugeht, insbesondere, wenn die Täter Geld, Macht und Einfluss besitzen, macht den Roman extrem lebensecht. Und trotz der traumatischen Erfahrungen, bleibt die Atmosphäre locker unterhaltsam.

Das hat vielleicht auch etwas mit der Chemie zwischen Hannah und Garret zu tun, denn das Knistern konnte ich sofort spüren. Was man aber wissen sollte, ist, dass der Spice Anteil sehr hoch ist, sobald sie zusammengekommen sind; die Szenen sind zwar nicht lang, aber zahlreich. Geschrieben sind sie o.k., aber auf das Wort „Pussy“ hätte die Autorin gern verzichten können, das passt einfach nicht zum restlichen Stil.

Das Drama-Element kam recht spät und war ziemlich vorhersehbar (weil schon hundertmal gelesen), dafür hat die Auflösung nochmal einen interessanten und ungewöhnlichen Twist. Außerdem wird es schnell aufgeklärt und lässt sich gut aushalten.

Etwas schade fand ich, dass Hannahs und Garrets Leidenschaften, also Musik und Eishockey, nicht so spürbar wurden.

Die weiteren Figuren werden nur angerissen, was aber völlig o.k. ist. Dafür gibt es ja noch vier weitere Bände!

Fazit

Ein Young Adult mit etwas mehr Tiefgang als man auf den ersten Blick erwarten würde und die perfekte Alternative zu einem Netflix-Abend.

Bibliografie

Titel: The Deal – Reine Verhandlungssache (Off-Campus, Bd. 1)
Autorin: Elle Kennedy
Übersetzung: Christina Kagerer
Verlag & Copyright: Everlove
Seitenzahl: 464
Erscheinungstermin: 14. März 2024
Preis: 15 € (Klappenbroschur)

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